Seriöse Gutachten im HNO-Fachgebiet durch den HNO Arzt Prof Weber aus Karlsruhe.

Erstellung von seriösen Gutachten im HNO-Fachgebiet durch den HNO Arzt Prof. Dr. Rainer Weber aus Karlsruhe.

Gutachten sollen Klarheit schaffen. Bei strittigen Fragen müssen alle Aspekte einer Behandlung geprüft und vor dem Hintergrund des bestehenden medizinischen Standards bewertet werden.

Der Gutachter muss sich ausreichend Zeit nehmen für ein präzises Aktenstudium. Er sollte über eine große klinische und gutachterliche Erfahrung verfügen, um die wirklich wichtigen Aspekte erkennen und bewerten zu können.

Das medizinische Problem muss sachlich dargestellt werden. Die Einbeziehung des aktuellen medizinischen Sachstandes, bestehender Leit- und Richtlinien sowie eine umfassende Kenntnis der Literatur sind wichtige Voraussetzungen. In nicht wenigen Fällen sind ergänzende Literaturrecherchen und –analysen notwendig.

Die abschließende sachorientierte Bewertung darf nicht einseitig erfolgen, sondern muss die verschiedenen beteiligten Seiten berücksichtigen.

Gutachtertätigkeit für wissenschaftliche Zeitschriften:
  - Laryngoscope
  - Eur Arch Otorhinolaryngol

Private Gutachtertätigkeit
Die Erstellung von Gutachten wird gerne für Gerichte, Rechtsanwälte und Privatpersonen übernommen.
 
Auf Anfrage kann auch ein Vorgang geprüft werden, ob die Erstellung eines Gutachtens mit entsprechend höherem Kostenaufwand sinnvoll ist. Ihre individuelle Anfrage für ein HNO Gutachten bzw. einen HNO Gutachter richten Sie bitte per E-Mail an rainerweber@hno-gutachter.de.

Akupunktur

Akupunktur (Lat.: acus = Nadel, punctio = das Stechen), auf Hochchinesisch zhēn jiǔ (針灸) ist ein Teilgebiet der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Das chinesische Wort zhēn jiǔ (針灸) besteht aus zwei Wortteilen, was übersetzt „Brennen und Stechen“ bedeutet und steht für das Erwärmen der Punkte (Moxibustion) und das Einstechen der Nadel in die Akupunkturpunkte.
Historisches:
Die erste zur Zeit bekannte schriftliche Erwähnung der Akupunktur und Moxibustion stammt aus dem zweiten Jahrhundert vor Christus. Der chinesische Historiker Sima Qian erwähnt in seinen Aufzeichnungen erstmals Steinnadeln. Neuere Grabfunde, u.a. von Homo sapiens balangodensis, enthalten Indizien, dass ähnliche Instrumente bereits vor etwa 5000 bis 6000 Jahren verwendet worden sein könnten. Alternativ zu Steinnadeln wurden damals auch Bambussplitter oder Fischgräten verwendet.

Akupunkturnadel (kurz)Die älteste Sammlung chinesischer medizinischer Schriften Innere Klassiker des Gelben Kaisers (Huangdi Neijing) aus der Zeit zwischen 200 Jahre vor und nach der Zeitenwende integriert die Aku-Moxi-Therapie in die damalige Medizin und beschreibt verschiedene Nadeln (aus Metall), Stichtechniken, Indikationen für die Anwendung bestimmter Punkte. In diesem Werk wurden bereits 160 klassische Punkte entlang der wichtigsten Leitbahnen beschrieben. Das erste historisch eindeutig datierbare Werk über Aku-Moxi ist Der Systematische Aku-Moxi-Klassiker (Zhenjiu jiayijing) von Huang Fumi (215–282). Darin werden eine klare Terminologie, eine Topologie von 349 Akupunkturpunkten und systematische Hinweise auf deren Wirkung beschrieben. Weitere historische Werke sind die Erläuterungen der 14 Hauptleitbahnen von Hua Boren (1341), die Untersuchungen über die acht unpaarigen Leitbahnen von Li Shizhen (1518–1593), sowie die Summe der Aku-Moxi-Therapie von Yang Jizhon (1601).

Die erste Erwähnung der Akupunktur (das Stechen mit Nadeln zu therapeutischen Zwecken) in Europa findet man im Jahr 1675. Der Holländer De Bondt erwähnt in W. Pisos Werk De utriusque Indiae Beobachtungen über diese Therapieform aus Japan. Der Begriff Akupunktur wurde von Pekinger Jesuitenmönchen im 17. Jahrhundert geprägt; er setzt sich aus den lateinischen Wörtern acus (= Nadel) und punctura (= Stich) zusammen, bedeutet also „Therapie mit Nadeln“. 1683 verfasste Willem Ten Rhyne (Arzt der niederländischen Ostindien-Kompanie) eine ausführliche Abhandlung, in der er die klinischen Wirkungen der Nadelstichtherapie beschreibt. Von ihm stammt auch eine Beschreibung des Systems der Leitbahnen, die er allerdings als Blutgefäße mißverstand. 1712 publizierte Engelbert Kaempfer auf den Spuren von Ten Rhyne eine ausführliche Abhandlung über die Therapie von Bauchbeschwerden (jap. senki), die er als Koliken interpretierte. Sowohl Ten Rhyne als auch Kaempfer verfassten ihre Berichte aufgrund von Untersuchungen in Japan, ohne die teils fundamentalen Unterschiede zur chinesischen Therapie zu erkennen. Unter anderen stellte Kaempfer die “Röhrennadelung” (kudabari) vor, eine Erfindung des japanischen Akupunkteurs Sugiyama Wa’ichi. Beide beschrieben weiter die “Hammernadelung” (uchibari), eine von dem japanischen Mönch Mubun entwickelte Therapie, welche die Leitbahnen ignoriert, dafür aber die Bauchregion als “Karte” des Körpers interpretiert wird. Eine weitere bekannte deutschsprachige Veröffentlichung über Akupunktur stammt aus dem Jahr 1824. Es handelt sich dabei um eine Übersetzung von A Treatise on Acupunturation des Engländers James M. Churchill.

Die geschwächte Mandschu-Dynastie versuchte Ende des 19. Jahrhunderts China zu modernisieren, was unter anderem ein Verbot der Akupunktur beinhaltete. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch. Auch spätere politische Bestrebungen im kommunistischem China, Akupunktur zu verbieten, um die gewünschte Umorientierung des Gesundheitssystems in Richtung eines wissenschaftlichen Fundaments zu fördern, setzten sich nicht durch. Stattdessen gelangte die Kommunistische Partei Chinas zu der Auffassung, dass das Land zu wenige nach wissenschaftlichen Standards ausgebildete Mediziner besaß, um es allein mit ihnen medizinisch versorgen zu können. Daher wurden etwa 500.000 die Traditionelle Chinesische Medizin Praktizierende ins staatliche Gesundheitssystem eingestellt, verbunden mit der Hoffnung, dass sie mit der Zeit immer stärker wissenschaftliche Arbeitsweisen übernehmen würden. Trotz alledem sind Traditionelle Chinesische Medizin und Akupunktur bis heute in China neben der wissenschaftlich betriebenen Medizin weit verbreitet und wurden inzwischen sogar ins universitäre Bildungssystem integriert.

Tätowierungen, die bei der Gletscherleiche Ötzi von etwa 3340 v. Chr. gefunden wurden, dienten möglicherweise therapeutischen Zwecken und befinden sich teilweise in der Nähe aus der chinesischen Medizin bekannter klassischer Akupunkturpunkte.

Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts drang die Traditionelle Chinesische Medizin und mit ihr die Akupunktur verstärkt in den Westen vor.

Konzept der Akupunktur:
 
Akupunktur in der Ming-Dynastie (1368–1644). Bibliothèque Nationale de France, ParisDie Akupunktur ist ein Behandlungskonzept der Traditionellen Chinesischen Medizin. Sie basiert auf der Fünf-Elemente-Lehre und der Lehre von den Meridianen. Sie verbindet in pragmatischer Hinsicht zwei Verfahren:

Erwärmen der Punkte (Moxibustion)
Einstechen der Nadel in die Akupunkturpunkte
In der Akupunktur wird die Existenz von 361 Akupunkturpunkten angenommen, die auf den Meridianen angeordnet sind. Demnach gibt es zwölf Hauptmeridiane, die jeweils spiegelbildlich auf beiden Körperseiten paarig angelegt sind, acht Extrameridiane und eine Reihe von so genannten Extrapunkten. Nach Meinung der Traditionellen Chinesischen Medizin wird durch das Einstechen der Nadeln der Fluss des Qi (Lebensenergie) beeinflusst.

Die Akupunktur gehört zu den Umsteuerungs- und Regulationstherapien. Noch älter als die Akupunktur ist die Akupressur. Hier werden die Punkte mit Hilfe der Fingerkuppen massiert.

Körpereigene Reizmethoden sind auch in anderen Kulturen bekannt. Bei den Arabern die Skarifizierung der Haut etwa bei Hexenschuss und bei den Bantu die Perforation der Ohrläppchen.

Abwandlungen wie das in Japan entwickelte Shônishin (jap. shôni = Kleinkind, shin = Akupunkturnadel) verwendet stumpfe Gegenstände statt Nadeln.

Ohrakupunktur:
Das Konzept der Ohrakupunktur (auch Auriculotherapie genannt) wurde vom französischen Arzt Paul Nogier entwickelt. 1954 berichtete er erstmals in der Deutschen Zeitschrift für Akupunktur über seine Erfahrungen und 1961 stellte er seine Diagnose- und Therapieform auf einem Akupunkturkongress in Deutschland vor. Die Behandlung über das Ohr ist zwar auch aus der chinesischen Akupunktur bekannt, es werden dort jedoch nur wenige Punkte – und diese auch nur selten – verwendet. Eine weitere Form der Ohrakupunktur ist die Neuroaurikulotherapie (NAT). Sie ist eine Synthese aus Neurowissenschaft und Aurikulomedizin. Sie verbindet das Erfahrungswissen der Repräsentationen in der Ohrmuschel mit den modernen Erkenntnissen der wissenschaftlichen Neurobiologie. Das NADA-Protokoll (National Acupuncture Detoxification Association, gegründet 1985), wurde von dem Neurochirurg L. H. Wen in Hongkong entwickelt, und soll Entzugsschmerzen lindern und den Suchtdruck senken helfen.

Handakupunktur:
Daneben besteht noch das Konzept der koreanischen Handakupunktur, bei der die Meridiane fast komplett auf den Händen abgebildet sind, sowie das der Schädelakupunktur mit Abbildung der Meridiane auf den Schädel. Ähnliche Vorstellungen stecken auch hinter der Fußakupunktur.

Durchführung:
Eine Akupunktursitzung dauert etwa 20 bis 30 Minuten. Dabei wird der Patient ruhig und entspannt gelagert, typischerweise liegt er oder sitzt bequem. Vor dem Einstich einer Nadel wird die Stelle und die unmittelbare Umgebung leicht massiert. Während einer Sitzung werden so wenige Punkte wie möglich gestochen. Manche Autoren geben eine Maximalzahl von 16 an, die aber in Einzelfällen überstiegen werden kann. Auch nach der Akupunktur sollte der Patient noch eine Zeit lang entspannt verharren. Eine komplette Therapie umfasst in der Regel 10 bis 15 solcher Sitzungen.

Einsatzgebiete:
Die Weltgesundheitsorganisation gibt auf ihrer Indikationsliste für Akupunktur unter anderem folgende Bereiche an:

Erkrankungen des Atmungssystems (etwa akute Nasennebenhöhlenentzündung)
Gastrointestinale Störungen (etwa chronische Magengeschwüre)
Schlafstörungen
Bronchialasthma
Neurologische Störungen (etwa nach Schlaganfällen)
Augenerkrankungen (etwa zentrale Retinitis)
Muskuloskeletale Erkrankungen (etwa Cervicobrachialsyndrom)
Erkrankungen im Mundbereich (etwa Schmerzen nach Extraktionen, Gingivitis).
Als anerkannte Indikation für eine Akupunkturbehandlung gelten auch chronische Schmerzen, wenn kein körperlicher Befund vorliegt und geburtsvorbereitende Akupunktur. Akupunktur ist eine möglicherweise wirksame nicht-chirurgische Therapie gegen Rückenschmerzen. Da direkte Vergleichsstudien nicht in ausreichender Menge vorliegen, haben Forscher[5] zunächst alle Studien zusammengestellt, bei denen diverse Therapien mit unbehandelten Kontrollgruppen verglichen wurden. Anschließend haben sie für jede Therapie mittlere Effektgrößen ermittelt und diese miteinander verglichen. Die Auswertungen zeigen, dass bei akuten Rückenschmerzen nur nicht-steroidale Entzündungshemmer NSAR signifikante Effekte aufweisen. Bei chronischen Schmerzen sind diese jedoch nicht ausreichend belegt. Hier helfen offensichtlich vor allem Akupunktur und verhaltenstherapeutische Maßnahmen. Alle anderen Behandlungsformen sind gemäß dieser Analyse nicht evidenzbasiert. Ein Ergebnis dieser Analyse ist, dass zahlreiche Behandlungsformen sind, die täglich eingesetzt werden, nur wenig belegt sind. Des weiteren zeigten auch evidenzbasierte Therapien keinen wirklich überzeugenden Therapieerfolg. Ohne Ausnahme sind die Effektgrößen hier gering.

Auf nationaler Ebene bemängelt die US-amerikanische National Institutes of Health (NIH) die handwerkliche Qualität vieler Studien. In einem von Alternativmedizinern dominierten Komitee[6] erstellten Bericht weist es auf vielversprechende Ergebnisse hin, die ebenfalls auf die Wirksamkeit in zahlreichen Bereichen hindeuten.

Nebenwirkungen:
Im Allgemeinen treten bei sachgemäßer Handhabung der Akupunktur kaum Nebenwirkungen auf. Dies bestätigten auch erste Ergebnisse der gerac 2002.

Bei Verwendung einer nicht sterilisierten Nadel an verschiedenen Patienten können unter Umständen Krankheitserreger wie etwa Hepatitis B-, -C- und auch das HI-Virus übertragen werden. Allerdings ist die Infektionsgefahr deutlich geringer als bei Verletzungen durch kontaminierte Hohlnadeln (Kanülen), da durch diese eine größere Menge potentiell infektiösen Blutes in den Körper gelangen kann, welches sich bei der vorherigen Benutzung im „Innenraum“ der Kanüle (Kanülenlumen) gesammelt hat.
Die Ausbildung eines Hämatoms an der Einstichstelle.
Bei langen Verweildauern von silbernen Akupunkturnadeln kam es laut wissenschaftlichen Studien in einigen Fällen zu einer dauerhaften Verfärbung der Haut die als Argyrose bezeichnet wird.
Bei langen Verweildauern von Nadeln („Dauernadeln“), egal welchen Materials, kann es vermehrt zu Entzündungen kommen.
Es können vereinzelt Blutstropfen austreten.
Bei bestimmten Punkten oder Punktkombinationen kann dem Patient schwindlig werden (selten).
Kurzzeitiger Bewusstseinsverlust kann auftreten (sehr selten, bei unsachgemäßer Punktwahl oder zu starker Stimulation).
Taubheitsgefühl
Dies sind die häufigsten unerwünschten Nebenwirkungen einer Akupunktur. In den großen deutschen Krankenkassenstudien mussten die Ärzte die auftretenden Nebenwirkungen dokumentieren. Betroffen waren etwa acht Prozent der mit Akupunktur behandelten Patienten.

Dabei muss man allerdings berücksichtigen, dass bereits ein Bluterguss (Hämatom) im Laufe von zehn Akupunktursitzungen mit jeweils zehn bis 20 Nadeln als Nebenwirkung festgehalten wurde. Selten sind es bei Blutungen mehr als ein paar Tropfen – eben wie bei einem Nadelstich in den Finger. Die Nebenwirkung kommt etwa bei jeder 20. Behandlung vor. Ob es sich bei Nadelungsschmerzen tatsächlich um eine Nebenwirkung handelt oder zur Behandlung dazugehörig ist, ist unter Akupunkteuren umstritten. In zwei der großen Krankenkassenstudien wurden auch die Nadelungsschmerzen als Nebenwirkung erfasst: Sie traten bei zwei bis vier Prozent der Patienten auf.

Organverletzungen, wie etwa ein Pneumothorax (selten) durch eine unbeabsichtigte Verletzung der Lunge.
Eine systematische Übersicht aller vaskulären Verletzungen, die durch Akupunktur erzeugt wurden und in der Weltliteratur dokumentiert wurden, fand 21 Fälle, einige davon mit sehr ernsten Komplikationen. Drei Patienten verstarben infolge dieser Zwischenfälle. Die Autoren zogen daraus den Schluß, daß vaskuläre Zwischenfälle selten sind.
Silikonisierte Akupunkturnadeln können durch Ablagerung kleinster Mengen Silikon in der Haut Granulome verursachen.
Pneumothorax ist nicht als Nebenwirkung, sondern als Behandlungsfehler aufgrund von fehlendem Wissen und bei unsachgemäßer Nadelung zu bezeichnen.

Gegenanzeigen:
Es gibt verschiedene Gruppen von Menschen, bei denen manche Ärzte von einer Akupunkturbehandlung abraten, zum Beispiel

Menschen mit Erkrankungen der Haut (Ekzeme, Nesselsucht, Dermatitis usw.) an den lokal betroffenen Stellen
Menschen mit bestimmten Nervenkrankheiten und Sensibilitätsstörungen der Haut (zum Beispiel Polyneuropathien mit eingeschränktem Schmerzempfinden an den lokal betroffenen Stellen)
Menschen mit bestimmten schweren psychischen Störungen (zum Beispiel Schizophrenie, Manie, Wahn, jedoch gut möglich bei Depression, Angststörung)
Epileptiker (wegen der Gefahr eines epileptischen Anfalls)
Menschen mit schweren ansteckenden Krankheiten (beispielsweise Tuberkulose)
Menschen mit bestimmten Tumorarten
Menschen mit einem schlechten Allgemeinzustand (in solchen Fällen, neben Notfall- und sonstig indizierten Maßnahmen, manuelle Therapien wie Akupressur, Shiatsu usw. bevorzugen)
Babys und kleine Kinder
In Bereichen akuter Entzündungen, Knochenbrüchen, frischen Verletzungen, akuter Ischialgie
Wenn eine Salbe, Creme, Tönung oder ein Make-Up usw. auf der Haut aufgetragen wurde, kann die an dieser Stelle gestochene Akupunkturnadel geringe Mengen der Salbe usw. unter die Haut verfrachten, was unerwünscht sein kann und unerwünschte Reaktionen auslösen kann.
Säuglinge und Kleinkinder können mit der japanischen Kinderakupunktur (Shônishin) behandelt werden. Diese Behandlungsform kommt ohne Nadeln aus, die Haut wird nicht verletzt. Die Akupunkturpunkte, Reflexzonen und Meridianen werden durch Druck, lineares Streichen und Klopfen stimuliert. Eine Meridianmassage kann ergänzend vorgenommen werden. Des Weiteren besteht die Möglichkeit einer Laser- und Elektroakupunktur.

Ärzte, die die Wirksamkeit von Akupunktur auf den Placebo-Effekt zurückführen, werden Patienten, die nicht an Akupunktur glauben, ebenfalls diese Therapieform nicht empfehlen, da bei ihnen der gewünschte Effekt nicht auftreten wird.

Menschen mit niedrigem Blutdruck oder Kollapsneigung sollten während der Akupunkturbehandlung liegen und sich danach eine Weile ausruhen.

Elektro-Akupunktur darf bei Epileptikern nicht angewandt werden, weil der elektrische Strom epileptische Anfälle auslösen könnte. Auch Menschen mit einem Herzschrittmacher dürfen nicht elektro-akupunktiert werden, weil der elektrische Strom das Gerät irritieren könnte.

Haltung der wissenschaftlichen Medizin:
Ein Teil der wissenschaftlichen Medizin sieht es weiterhin als Aufgabe der Forschung an, der hinter der Akupunktur stehenden Theorie der Meridiane und Akupunkturpunkte wissenschaftlich nachzugehen. Ein anderer Teil hält diese Ideen für so abwegig, dass er keinen Bedarf für genauere Nachforschungen mehr sieht.

Da auch die von der Traditionellen Chinesischen Medizin angenommenen Wirkmechanismen nicht nachgewiesen werden konnten, diese sogar wissenschaftlichen Erkenntnissen über Funktion und Aufbau des menschlichen Körpers widersprechen, und sich auch kein anderer Wirkmechanismus stichhaltig nachweisen ließ, wird für diese Wirksamkeit allgemein der Placebo-Effekt verantwortlich gemacht. Hinzu kommt, dass sich während der Behandlung jemand sehr eingehend mit dem Patienten beschäftigt. Diese und ähnliche Ergebnisse aus anderen Bereichen der Alternativmedizin haben zu einer verstärkten Diskussion darüber geführt, wie sich der Effekt auch in der wissenschaftlichen Medizin besser ausnutzen lässt. Scheinakupunktur ist jedoch kein klassisches Placebo.

Sowohl Befürworter als auch Gegner der Akupunktur warnen davor bei schwerwiegenden Erkrankungen wie Krebs, Multipler Sklerose oder Schlaganfall Akupunktur anzuwenden. Befürworter begründen, dass dies Gegenanzeigen seien, die die Krankheit durch eine fördernde Wirkung der Akupunktur noch verschlimmern könnten und somit – beispielsweise bei Krebserkrankungen – die Zellen zur Vermehrung anregen würden. Eine solche fördernde Wirkung – wie etwa eine Zellvermehrung – bestreitet die wissenschaftliche Medizin jedoch. Gegner halten hingegen den Einsatz von Akupunktur bei schwerwiegenden Erkrankungen auch deshalb für gefährlich, da konventionelle Maßnahmen häufig nicht oder erst zu spät eingesetzt werden.

Gerac-Akupunktur-Studien:
Mit den gerac-Studien (german acupuncture trials) startete 2002 die bislang größte weltweite prospektive und randomisierte Untersuchung darüber, ob Akupunktur Patienten helfen kann. Denn:

„Trotz der weiten Verbreitung und der hohen Akzeptanz der Akupunktur bei den Patienten sind kontrollierte Akupunktur-Studien selten (sicherlich nicht zuletzt wegen der hohen Kosten) und zeigen widersprüchliche Ergebnisse. Aus einer aktuellen Analyse bisheriger Forschungsergebnisse schlossen Wissenschaftler, dass bei den meisten untersuchten Krankheitsbildern die Wirksamkeit einer Akupunkturbehandlung nicht eindeutig nachgewiesen ist. Die Autoren der Analyse stellen übereinstimmend fest, dass weitere, qualitativ hochwertige, randomisierte und kontrollierte Studien notwendig sind, um die Wirksamkeit von Akupunkturbehandlungen sicher zu beurteilen.“

– Internetseite von gerac

Am 16. November 2005 wurden die Ergebnisse der gerac-Studie zu den Indikationen Migräne und Spannungskopfschmerz präsentiert. Hans-Christoph Diener vom Universitätsklinikum Essen stellte bezüglich der Wirksamkeit zusammenfassend fest:

„Die Akupunktur stellt beim chronischen Kopfschmerz eine effektive und risikoarme Ergänzung des therapeutischen Konzepts dar, was eine Anwendung der Akupunktur im Rahmen der schmerztherapeutischen Behandlung rechtfertigt. Allerdings ist eine Scheinakupunktur fast genauso wirksam wie eine klassische chinesische Akupunktur.“

Ergänzend ist festzuhalten, dass das Vorgehen bei der oben genannten „klassisch chinesischen Akupunktur“ teilstandardisiert und -schematisiert an die chinesische Akupunktur angelehnt war.[18]

Professor Hans-Christoph Diener sagte: „Ärzte können sich die teuren Akupunkturkurse sparen. Sie können die Nadeln einfach irgendwohin stechen“.

Im Dezember 2005 wurden die Ergebnisse der gerac-Gonarthrose-Studie veröffentlicht. Das zentrale Ergebnis war, dass keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich der Wirksamkeit von Akupunktur und Scheinakupunktur festzustellen waren. Beides war jedoch wirksamer als die konventionelle Standardtherapie zur Behandlung von gonarthrosebedingten chronischen Schmerzen.

Studien im Rahmen des „Modellvorhabens Akupunktur“:
Einige deutsche gesetzliche Krankenversicherungen, unter Führung der Techniker Krankenkasse, betrieben das „Modellvorhaben Akupunktur“, in dem überprüft werden sollte, ob es sinnvoll wäre, die Akupunktur in den Leistungskatalog aufzunehmen. Dieses Projekt wurde vom Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie des Berliner Universitätsklinikums Charité wissenschaftlich unterstützt und beinhaltete drei Studien:

Acupuncture Safety and Health Economics Studies (ASH)
Acupuncture in Routine Care Studies (ARC)
Acupuncture Randomized Trials (ART)
Die Ergebnisse wurden unter anderem im Deutschen Ärzteblatt und The Lancet präsentiert.

Weitere Studien:
Schon vor Jahren sei aufgezeigt worden, dass chinesische Akupunkturstudien in keinem einzigen Fall zu einem negativen Ergebnis gekommen seien. In der chinesischen Literatur fänden sich Tausende solcher „Studien“. Praktisch bei allen chinesischen Studien zur Akupunktur wird nicht randomisiert und prospektiv und nicht mit geeigneten Kontrollgruppen gearbeitet.

Ein anderer Ansatz zur Erforschung der Akupunktur besteht in dem Versuch mögliche physiologische Wirkungsmechanismen aufzudecken und wissenschaftlich haltbare Nachweise der Ortslokalisation von Organ-, Schmerz und Triggerpunkten zu erbringen. Ein belastbarer Nachweis ist bisher nicht geglückt.

Bei einer im Mai 2005 veröffentlichen Studie wurde eine Gruppe von 14 Patienten einmal mit echten und einmal mit Tricknadeln, die die Haut nicht verletzen, akupunktiert. Für die Patienten sei dies nicht zu unterscheiden gewesen. Die Gehirnaktivität der Patienten wurde während der Behandlung mit einem Positronen-Emissions-Tomographen (PET) aufgezeichnet. Das Ergebnis war, dass bei den Patienten, sowohl bei der Behandlung mit den Tricknadeln, als auch bei der mit den echten Nadeln, eine deutliche Aktivität der Hirnregionen festzustellen war, die beim Auftreten eines Placebo-Effekts eine Rolle spielen. Dabei gab es einen signifikanten Unterschied: bei der Behandlung mit den echten Nadeln wurde eine stärkere Aktivität in der Inselrinde (Insula) festgestellt, als bei der mit den Nadelattrappen. Hier wurde also ein spezifischer physiologischer Unterschied des Stechens mit Nadeln zum Stechen mit Tricknadeln nachgewiesen.  Es handelt sich jedoch nicht um einen Effekt, der spezifisch für die Akupunktur ist. Eine Aktivität der Inselrinde wurde auch in einer im August 2005 veröffentlichten PET-basierten Studie über die neurologischen Vorgänge beim Auftreten eines durch Spritzen eines Placebos (Kochsalzlösung) ausgelösten Placebo-Effekts festgestellt.

Die National Institutes of Health (NIH), eine Organisation der US-Gesundheitsbehörde, veröffentlichte 1997 eine Stellungnahme, die die offizielle Meinung des Instituts nach Auswertung verschiedener Akupunktur-Studien darstellt. Es bemängelt die mangelhafte handwerkliche Qualität der meisten Studien etwa in Bezug auf die Größe der betrachteten Probandengruppen und ihrer Konzeption. Weiterhin werde die Situation durch den Umstand verkompliziert, dass es schwer sei, Kontrollgruppen so zu konzipieren, dass man die Effekte von Akupunktur, Scheinakupunktur und Placebo klar voneinander abgrenzen kann. Dies führe zu mehrdeutigen Ergebnissen. Trotzdem ist es der Meinung, dass es vielversprechende Ergebnisse gibt, die darauf hindeuten, dass Akupunktur in manchen Bereichen als ergänzende Behandlungsmethode nützlich sein könnte. Außerdem weist es auf Studienergebnisse hin, die darauf hindeuten, dass Akupunktur Ausschüttungen von Opioiden und anderer Peptide im zentralen Nervensystem und Änderungen neuroendokriner Funktionen verursacht. Diese Forschungsergebnisse seien vielversprechend genug, um weitere Forschung in diesem Bereich zu rechtfertigen, da sie Erklärungsansätze für die therapeutischen Effekte von Akupunktur liefern könnten. Insgesamt gäbe es einen ausreichenden Nachweis für den Wert der Akupunktur, um eine weitere Ausweitung ihrer Anwendung im Bereich der konventionellen Medizin und weitere Forschung rechtfertigen zu können.

Für Irritationen sorgte eine im Jahr 2003 von der Weltgesundheitsorganisation veröffentlichte längere Liste von Indikationen für Akupunktur. Diese Veröffentlichung wurde unter Ausschluss der Wissenschaftsgemeinschaft erstellt und keinerlei Peer-Review unterzogen. Sie spiegelt nicht den Stand der Forschung über Akupunktur wider. Kritiker gehen davon aus, dass in diesem Fall die WHO von Akupunkturbefürwortern, die zu dieser Zeit eine Machtposition in der Organisation erlangen konnten, instrumentalisiert wurde.

Haltung der Krankenkassen:
Ab dem 1. Januar 2007 zahlen alle deutschen gesetzlichen Krankenkassen gemäß einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses in Deutschland Akupunktur bei chronischen Schmerzen in der Lendenwirbelsäule oder in den Knien (Gonarthrose) im Rahmen einer Schmerztherapie.[29] Die Behandlung von Kopfschmerzen durch Akupunktur wurde nicht in den Leistungskatalog aufgenommen, da kein Vorteil gegenüber der Standardtherapie festgestellt worden ist.[30] Alle anderen Akupunkturbehandlungen sind ebenfalls nicht Leistung der gesetzlichen Krankenkasse und müssen deshalb selbst bezahlt werden.

Teil dieses Beschlusses ist auch die Erhöhung der notwendigen Qualifikation der Ärzte: Neben der ärztlichen Zusatzbezeichnung „Akupunktur“ wird der Nachweis der jeweils 80-stündigen Kurse „Spezielle Schmerztherapie“ und „Psychosomatische Grundversorgung“ vorausgesetzt.[31] Bis 30. Juni 2008 gilt eine Übergangsfrist, die es Ärzten, die noch nicht die genannten Fortbildungsnachweise erbracht haben, befristet erlaubt, Akupunktur als Kassenleistung anzubieten.

Viele deutsche private Krankenversicherungen, Beihilfen und die Postbeamtenkrankenkasse bezahlen Akupunktur zur Behandlung von Schmerzen im Rahmen der Gebührenordnung für Ärzte[32], nach Einzelfallentscheidung meist auch für weitere Diagnosen. Vertragsabhängig werden auch Heilpraktikerleistungen ersetzt.

In der Schweiz wird die Akupunktur über die Zusatzversicherung abgedeckt.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Akupunktur (Stand: 27.01.2009)

Neuraltherapie

Die Neuraltherapie ist ein wissenschaftlich nicht anerkanntes Verfahren aus dem Bereich der Alternativmedizin zur Behandlung von Krankheiten. Dabei soll durch gezielte Anwendung eines Lokalanästhetikums das vegetative Nervensystem beeinflusst werden. Bisher konnte für den postulierten Wirkmechanismus kein wissenschaftlicher Nachweis erbracht werden.

Geschichte:
Entwickelt wurde die Neuraltherapie maßgeblich durch die Ärzte Ferdinand und Walter Huneke. Im Jahre 1925 injizierte Ferdinand Huneke seiner an chronischer Migräne leidenden Schwester ein procainhaltiges Antirheumatikum (Atofanyl) versehentlich intravenös statt intramuskulär. Die intravenöse Applikation von Lokalanästhetika kann zu schwerwiegenden Komplikationen wie Krampfanfällen und Herzrhythmusstörungen führen. Huneke beobachtete jedoch in diesem Fall eine schlagartige und bleibende Heilwirkung, so dass er gemeinsam mit seinem Bruder Walter die therapeutische Anwendung von Procain weiter erforschte. Über mehrere Jahre entstand durch diese Forschung zunächst die sogenannte Segmenttherapie als Teil der Neuraltherapie.

1940 behandelte Huneke eine an Migräne und Gelenkbeschwerden in der Schulter leidende Frau im Bereich einer Beinwunde (Osteomyelitis), nachdem er bereits zuvor mehrfach erfolglos die Segmenttherapie durchgeführt hatte. Nach der Behandlung am Bein soll binnen Sekunden eine deutliche Besserung im Bereich der Schulter eingetreten sein. Er postulierte die Existenz sogenannter „Störfelder“; dabei soll es sich um chronische Entzündungszustände handeln, die den Gesamtorganismus „energetisch“ schwächen und Beschwerden in anderen Bereichen des Körpers hervorrufen können. Huneke glaubte, dass es sich bei dem von ihm Sekundenphänomen-Heilung genannten Phänomen um eine Heilung von Krankheitsherden handele, die eine “Fernstörung” verursacht haben. Einwände, nach denen es sich um Suggestionen handeln könne, wies er entrüstet zurück. Daraus entwickelte er die sogenannte Störfeldtherapie, die von seinen Schülern bis heute beibehalten wird.

Die „Internationale medizinische Gesellschaft für Neuraltherapie nach Huneke e.V.“ (IGNH) wurde 1958 gegründet mit dem Ziel, die Neuraltherapie zu fördern und zu verbreiten. Von diesem Verein distanzierte sich die Deutsche Akademie für Neuraltherapie und Akupunktur e.V. seit 1981, indem er die Kritik an den Verfahren angenommen hat und Neuraltherapie seitdem als Zusatztherapie im Sinne einer diagnostisch-therapeutischen Lokalanästhesie versteht.

Behandlungsformen:

Segmenttherapie:
Bei der Segmenttherapie wird ein Lokalanästhetikum, in der Regel Procain, aber auch Lidocain oder Prilocain, in Form von Hautquaddeln oder an Ganglien im Bereich der entsprechenden Headschen Zonen der inneren Organe injiziert. Dabei soll die Wirkung über das vegetative Nervensystem im betroffenen Segment vermittelt werden.

Störfeldtherapie:
Nach Huneke soll es sich bei „Störfeldern“ um chronische Entzündungszustände handeln, die den Gesamtorganismus „energetisch“ schwächen und Beschwerden in anderen Bereichen des Körpers erzeugen können. Die häufigsten Störfelder sollen sich in den Mandeln, Nasennebenhöhlen, der Zahn-Kiefer-Region, Schilddrüse und in Narben befinden.

Huneke ging dabei von folgenden drei Grundsätzen aus:

Jede chronische Erkrankung kann störfeldbedingt sein
Jede Stelle des Körpers kann zu einem Störfeld werden
Jede Störfelderkrankung ist nur durch Ausschaltung des Störfeldes heilbar
Durch gezielte Befragung und Untersuchung wird versucht, das Störfeld zu finden und durch Injektion eines Lokalanästhetikums („dem unblutigen Messer“) die Störwirkung zu unterbrechen. Dabei soll besonders die Ausschaltung elektromagnetischer Signale, welche über das vegetative Nervensystem Erkrankungen an jedem Ort des Körpers auslösen können, eine Rolle spielen. Beweisend für das Auffinden des Störfeldes soll das „Sekundenphänomen“ sein: Wenn nach Injektion des Lokalanästhetikums die Beschwerden innerhalb von Sekunden für mindestens 20 Stunden gebessert sind, und dieses Phänomen reproduzierbar ist, ist die Quelle des Störfeldes gefunden.

Andere Behandlungsformen:
Bei der Therapeutischen Lokalanästhesie (TLA) werden gereizte Nervenwurzeln, etwa im Bereich der Lendenwirbelsäule, mit einem Lokalanästhetikum infiltriert. Teilweise werden auch Sakralanästhesien oder Periduralanästhesien nur zu therapeutischen Zwecken eingesetzt. Ein weiteres Verfahren ist die Reischauer-Blockade, die bei starken Ischias-Reizungen angewendet wird. Die Sympathikusblockade wird bei Algodystrophien verwendet, um Störungen der lokalen Durchblutung zu behandeln.

Eine weitere Variante der Neuraltherapie ist die Funktionelle Neuraltherapie (FNT). Bei der FNT sind an der Körpervorderseite subkutan Punkte definiert, die mit einzelnen inneren Organen „funktionell“ in Verbindung stehen. Bei Erkrankungen dieser Organe sollen auch die jeweils zugeordneten Punkte deutlich druckschmerzhaft und als Knoten tastbar sein. Durch Injektion eines Lokalanästhetikums in diese Punkte soll nicht nur die Übermittlung von Schmerzsignalen aus den funktionell zugeordneten Punkten, sondern auch aus den erkrankten inneren Organen unterbrochen werden. Mittels wiederholter Anwendung soll so der Heilungsprozess initiiert werden.

Ausbildung:
Die Neuraltherapie wird in der Regel durch naturheilkundlich orientierte Ärzte angeboten. Diese können nach einer Fortbildung, die 12-150 Stunden und eine abschließende Prüfung umfasst, diese Behandlungsform durchführen. Es existiert allerdings keine einheitliche Weiterbildungsordnung; die einzelnen existierenden Zertifikate werden von unterschiedlichen Organisationen unter unterschiedlichen Voraussetzungen vergeben.

Nebenwirkungen und Komplikationen:
Es kommt seit Anwendung der Neuraltherapie immer wieder zu tödlichen Zwischenfällen, bei denen die Maßnahmen in Frage gestellt werden müssen.  Bekannte Komplikationen und Fälle, die zum Teil von Huneke selbst, zum Teil von anderen beschrieben wurden, sind:

tödliche Verletzungen nach Stellatum-Injektionen
tödliche Hirnblutung nach Injektion in die Arteria vertebralis
tödliche Verletzung der Bauchspeicheldrüse
Perforation des Augapfels
„Krampfgeschehen quer durch den ganzen Organismus” aufgrund einer Überempfindlichkeit gegen Procain
Allergische Reaktionen
Selbst bei ‘kunstgerechter’ Anwendung der Neuraltherapie nach Huneke kann es zu schweren Verletzungen der Patienten kommen. Stöhr und Mayer (1976) und andere Autoren berichteten über fünf Patienten, die Nervenwurzelläsionen nach paravertebraler Injektion von Neuraltherapeutika erlitten hatten. In einem Falle kam es zu einer lebensbedrohlichen Hirnblutung nach Neuraltherapie.

In der Neuraltherapie kommt dem Lokalanästhetikum Procain traditionellerweise eine herausgehobene Rolle zu. In der klinischen Anästhesie hat diese Substanz jedoch an Bedeutung verloren, da sie einige ungünstige Eigenschaften besitzt. Zum einen breitet sie sich im Vergleich zu anderen Lokalanästhetika schlecht im Gewebe aus, darüber hinaus gehört sie zur Gruppe der Aminoester, bei deren Abbau durch die ubiquitär vorkommende Pseudocholinesterase Paraaminobenzoesäure entsteht. Auf dieses Abbauprodukt reagieren einige Patienten allergisch. Zusätzlich können bei Anwendung von Procain (wie bei jedem anderen Lokalanästhetikum) die typischen Nebenwirkungen dieser Substanzgruppe wie Herzrhythmusstörungen und ZNS-Symptome bis hin zum generalisierten Krampfanfall auftreten. Neben Procain werden auch Lidocain oder Prilocain verwendet.

Wie bei vielen Behandlungsmethoden aus dem Bereich der Alternativmedizin ist die behauptete Wirksamkeit wissenschaftlich nicht bewiesen; daher werden die Kosten der Behandlung nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Auch besteht die Gefahr, dass durch primäre Behandlung gravierender Krankheiten durch die Neuraltherapie eine wirksame Therapie durch wissenschaftlich anerkannte Methoden verzögert wird.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Neuraltherapie (Stand: 27.01.2009)

Schmerztherapie

Die Erkenntnis, dass chronische Schmerzen eigenen Krankheitswert erlangen können und besondere Behandlungsformen und -einrichtungen erfordern, hatte in den USA bereits in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts zur Gründung der ersten Schmerzklinik geführt. Als Begründer der modernen interdisziplinären Schmerztherapie gilt der 1994 verstorbene John J. Bonica. In Deutschland gibt es schmerztherapeutische Einrichtungen erst seit den 70er Jahren. Die erste Schmerzklinik wurde an der Universität Mainz unter Rudolf Frey und Hans Ulrich Gerbershagen eingerichtet. Die ersten beiden kassenärztlichen Schmerzpraxen wurden im Januar 1982 in Frankfurt a. M. (Dres. Flöter) und Hamburg (Dres. Jungck) von Ärzten gegründet, die vorher als Chefärzte an ihren Abteilungen Schmerzambulanzen eingerichtet hatten.
Unterschiede zwischen akuten und chronischen Schmerzen:
Akute Schmerzen sind als Warner und als Hinweis zur Diagnose der zugrundeliegenden Krankheit sinnvoll und besitzen somit eine wichtige biologische Funktion. Sie haben eine eindeutige Ursache. Kausale Behandlung führt meist dazu, dass die Schmerzen nachlassen und nach einer gewissen Zeit, für die es Erfahrungswerte gibt, verschwinden.

Chronischer Schmerz überdauert diesen zu erwartenden Zeitraum, in dem normalerweise eine Heilung stattfindet. Bei den betroffenen Patienten ist festzustellen, dass es für dieses Überdauern der Schmerzen mehrere ursächliche und anhaltende Faktoren gibt, die sich im somatischen, psychischen und sozialen Bereich finden oder zumindest vermuten lassen. Die Behandlung muss zusätzlich zur Behebung der Ursache auch die Linderung oder Beseitigung der Folgen mit berücksichtigen.

Chronischer Schmerz kann zu einer eigenständigen Schmerzkrankheit werden. Die Schmerzen haben dann ihre Leit- und Warnfunktion verloren und sich zu einem selbstständigen Krankheitsbild entwickelt. Diese Schmerzkrankheit ist neben den organischen auch durch die daraus folgenden psychosozialen Veränderungen und weitere Folgeschäden definiert, und sie bestimmt das ganze Leben des Patienten mit seinen sozialen Beziehungen.

Als Beispiele seien bestimmte Kopf- und Rückenschmerzen (auch nach mehreren Operationen), Stumpf- und Phantomschmerzen, postzosterische Neuralgien, Trigeminusneuralgie, Krebsschmerzen, sympathisch unterhaltene, postoperative und posttraumatische Schmerzen genannt, die erhebliche psychosoziale Folgen haben und in eine chronische Schmerzkrankheit übergehen können.

Primär chronische Schmerzen sind beispielsweise Migräne, Cluster-Kopfschmerz, Trigeminusneuralgie, postzosterische Neuralgie, Stumpf- und Phantomschmerzen, Thalamusschmerz und Krebsschmerz. Gerade bei solchen Schmerzen und bei den Akutschmerzen, die nicht nach der zu erwartenden Zeit zu beseitigen sind, müssen Behandlungsmaßnahmen ergriffen werden, die präventiv wirken, also der Entwicklung der Schmerzkrankheit entgegenwirken können. Chronische Schmerzen haben - im Gegensatz zu akuten - fast nie nur eine einzige auslösende oder unterhaltende Ursache, sie sind multikausal.

Schmerzbahn:
Schmerzen stellen grundsätzlich ein Warnsignal dar und haben somit eine Schutzfunktion. Schmerzen führen einerseits zu Angstreaktionen und steigern den Sauerstoffverbrauch des Herzens, andererseits können starke Schmerzen auch eine Kreislaufinsuffizienz verursachen.

Die Schmerzempfindung im Gehirn kann folgendermaßen beeinflusst werden:

Beseitigung der Noxe:
Glucokortikoide („Kortisone“ = Steroidale Antirheumatika) hemmen die Entzündung.
Spasmolytika heben schmerzhafte Verkrampfungen der glatten Muskulatur auf.
Nitrate verbessern die Herzdurchblutung und heben den Ischämie-Schmerz auf.
Beeinflussung der Schmerzrezeptoren
Lokalanästhetika betäuben die Schmerzrezeptoren (Infiltrationsanästhesie).
Nicht-Opioid-Analgetika setzen die Sensibilität der Schmerzrezeptoren herab.
Lokalanästhetika unterbrechen die Weiterleitung von Schmerzimpulsen in peripheren Nerven (Leitungsanästhesie) und zentralen Nervenbahnen (Rückenmarksanästhesie).
Opiatanalgetika hemmen die Weiterleitung von Schmerzimpulsen im Rückenmark und Gehirn (Thalamus) durch Unterstützung der absteigenden hemmenden Bahnen. Sie wirken über Opioid (µ, kappa, delta, tau). Von der aufsteigenden Schmerzbahn zweigen Fasern ab, die direkt zur Steigerung von Aufmerksamkeit/Wachheitsgrad und zur Anregung des Herzkreislaufsystems und des Atmungssystems führen. Eine weitere direkte Verbindung besteht zum limbischen System und den entsprechenden Emotionen.
Ketamin bewirkt u. a. über den NMDA-Rezeptor eine dissoziative Analgesie.
Psychopharmaka (Sedativa wie Antidepressiva, Benzodiazepine und Neuroleptika) beeinflussen die Schmerzverarbeitung im Gehirn.

Schmerzbehandlung:
Pharmakotherapie:
ist die Therapie mit Analgetika (Opioide und Nicht-Opioid-Analgetika), mit Co-Analgetika, welche durch Beseitigung der Noxe den Schmerz aufheben (Kortison, Spasmolytika, Nitrate) und im weiteren Sinne auch mit Medikamenten, welche in der Anästhesie eingesetzt werden (siehe 2.). Therapie nach der WHO-Stufenschema.

1 Stufe: Nicht-Opioidanalgetika (Metamizol, Diclofenac)

2 Stufe: Schwache Opioide (Codein, Tilidin) nach Bedarf in Kombination mit Stufe 1

3 Stufe: Starke Opioide (Morphin, Fentanyl) nach Bedarf in Kombination mit Stufe 1
+ Begleitmedikamente z. B. Antidepressiva, Steroide, Spasmolytika

Anästhesie:
Lokalanästhetika:
(z. B. Lidocain, Mepivacain, Bupivacain) hemmen die Entstehung bzw. die Weiterleitung eines elektrischen Impulses. Abhängig von der Isolation der Nerven werden mit zunehmender Konzentration des Lokalanästhetikum zuerst die vegetativen, dann die sensiblen und schließlich die motorischen Nerven blockiert.

Lokalanästhetika dienen zur
Oberflächenanästhesie (für Wunden und Schleimhaut)
Infiltrationsanästhesie (als intrakutane, subkutane oder intramuskuläre Injektion)
Leitungsanästhesie (Umspritzung von peripherer Nerven, Nervengeflechten, Nervenganglien)
Rückenmarksnahe Anästhesie (Spinalanästhesie = Injektion in den Liquor, Periduralanästhesie = PDA = Injektion außerhalb der Dura);
therapeutische Lokalanästhesie
das Lokalanästhetikum kann bei der PDA mit einem Opiat kombiniert werden (in der Regel Morphin), oder das Opiat wird alleine gegeben; Indikation der rückenmarksnahen Opiat-Analgesie ist Tumorschmerz.

Kryoanalgesie (Vereisung):
Bei der sogenannten Kälteanästhesie werden Schmerzrezeptoren der Nerven unter der Haut durch Kälteeinfluss blockiert. Das Verfahren wird oft bei Sportverletzungen, zum Beispiel Prellungen eingesetzt.

Narkose:
Diese Maßnahme zur Schmerzbehandlung wird nur zur Überbrückung relativ kurzer und sehr schmerzhafter Zustände eingesetzt (Operationen, VW, Polytrauma etc.).

Physiotherapeutische/physikalische Maßnahmen :
Von den sensiblen Nerven der Haut zu den vegetativen Nerven der inneren Organe laufen die kutiviszeralen Reflexe (z. B. warme Umschläge auf der Bauchhaut führen zu einer Entspannung des Darms). Die sensiblen Nerven dieser Hautareale (= Headsche Zonen) treten außerdem auf gleicher Höhe ins Rückenmark wie die sensiblen Nerven der zugeordneten inneren Organe, sodass bei Schmerzzuständen des inneren Organs auch eine Überempfindlichkeit bzw. Schmerzen in der zugeordneten Headschen Zone auftreten können (z. B. Schmerzen im linken Arm bei Angina Pectoris oder Herzinfarkt).

Neben sensiblen Reizen von der Haut ziehen auch sensible Reize von Bindegewebe (BGW), Knochenhaut (Periost) und Skelettmuskulatur über Reflexbögen sowohl zu den inneren Organen als auch zu den Skelettmuskeln und ebenso von einem Organ zu einem anderen (siehe Abb. Reflexbögen des Rückenmarks). Entsprechend unterscheidet man von den Headschen Zonen (Haut) noch BGW-Zonen (Bindegewebe der Subcutis), Knochhaut-Zonen und Muskel-Zonen.

Man kann sagen, dass sich die inneren Organe durch die Nervenstrukturen auf die Körperoberfläche projizieren (so genannte Head’sche Zonen). Daneben gibt es aber Projektionen, die dadurch nicht zu erklären sind: So scheint die Oberfläche jedes Körperteils nochmal das gesamte Körperinnere widerzuspiegeln (z. B. Reflexzonen des Fußes und der Hand). Ebenso gilt die Funktionsweise der Akupunkturpunkte als ungeklärt.

Massagetherapie:
Durch bestimmte Massagetechniken (z. B. Reflexzonenmassage des Rumpfes, des Fußes, manuelle Segmenttherapie, Akupressur etc.) kann man über die Reflexbögen Einfluss nehmen auf das zugeordnete innere Organ. Dies führt zur Durchblutungsverbesserung und Muskelentspannung und infolgedessen zur Schmerzlinderung dieser Organe. Außerdem werden durch die vermehrte Durchblutung schneller die Substanzen abtransportiert, die bei einem Gewebsschaden die Schmerzrezeptoren reizen. Übrigens: Ätherische Öle (z. B. von Rosmarin, Thymian und Waldkiefer) wirken ebenfalls durchblutungsfördernd, muskelentspannend und deshalb schmerzlindernd. Sie werden daher auch zum Einreiben eingesetzt. Auch mit Manueller Lymphdrainage, beispielsweise nach Traumen und Operationen, auch bei RA (Rheumatischer Arthrose) und CRPS I (Morbus Sudeck, Sympathische Refelexdystophie) lässt sich eine Schmerzlinderung bewirken.

Thermotherapie:
Desgleichen können Wärme- und Kälteanwendungen die inneren Organe beeinflussen. Man unterscheidet Wärmezufuhr (Wärmetherapie) und Wärmeentzug (Kryotherapie). Bei Traumen und akuten Entzündungen wird Kälte, bei chronischen Entzündungen und Entzündungen von Schleimhäuten sowie bei Muskelverspannungen wird Wärme angewendet.

Wärme bewirkt:

Müdigkeit
Senkung des Muskeltonus (= Entspannung) von glatter Muskulatur und Skelettmuskulatur
Zunahme der Durchblutung durch Gefäßweitstellung
Analgesie (Schmerzlinderung) wegen Muskelentspannung und Durchblutungssteigerung
Kälte bewirkt:

Erhöhung der Wachsamkeit, allgemeine Unterkühlung macht schläfrig
Zunahme des Muskeltonus
Abnahme der Durchblutung durch Gefäßengstellung und damit Blutstillung, gefolgt von reaktiver Hyperämie (Zunahme der Durchblutung nach Kältereiz)
Analgesie durch Kälteanästhesie
Entzündungshemmung (weil kühlend und abschwellend), Fiebersenkung
Lokale Anwendung von Eis (ca. –20 °C) von 5 Min. bis max. 20 Min. (z. B. an den Gelenken); Ganzkörperkältetherapie in trockener Luft (ca. –180 °C) für die Dauer von 2 Min. unter Schutz der Akren (z. B. bei Rheuma) oder als Eistauchbad (ca. 10 °C).

Elektrotherapie:
Neben der direkten Muskelreizung führt ein elektrischer Strom über die genannten Reflexbögen zur Durchblutungsverbesserung, Muskelentspannung und infolgedessen zur Schmerzlinderung der inneren Organe. Zusätzlich bewirkt die Reizung der sensiblen Nervenstrukturen, dass zum einen die Schmerzrezeptoren unempfindlicher werden und zum anderen eine Steigerung der Ausschüttung körpereigener Endorphine erreicht wird. Durch diese Behandlung wird eine Linderung oder Beseitigung von Schmerzzuständen u. a. bei: HWS-Syndrom, BWS-Syndrom, LWS-Syndrom, Arthrosen, Sportverletzungen, Durchblutungsstörungen, Neuralgien, Myalgien, Narben- und Phantomschmerzen, Frakturschmerzen, Schmerzen im Bereich des Beckenbodens erreicht.

Ein Beispiel ist die Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS). Die Klebeelektrode wird im Schmerzgebiet selbst, den Headschen Zonen oder anderen Reflexzonen angebracht. Dann wird für 3 x 30 Min./Tag Gleichstrom in Form von niederfrequenten Impulsen zwischen 1 und 150 Hz gegeben. Die Stromstärke wird individuell eingestellt, sodass der Strom nicht schmerzhaft ist.

Akupunktur/Akupressur:
Die Akupunktur ist ein Teilgebiet der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Sie geht von Lebensenergien des Körpers aus, welche auf definierten Längsbahnen, den Meridianen, zirkulieren und einen steuernden Einfluss auf alle Körperfunktionen haben. Ein gestörter Energiefluss soll durch Reizung der auf den Meridianen liegenden Akupunktur- und Akupressurpunkte wieder ausgeglichen werden. Die Reizung kann durch Vibration (Akupunkt-Massage = APM), Druck (Akupressur) oder Nadelstiche erfolgen. Zur Analgesie eignet sich sowohl die Körper- als auch die Ohrakupunktur. Beim Einsatz von Nadeln kann zusätzlich elektrischer Strom appliziert werden. Eine Alternative stellt auch die Injektion von Lokalanästhetika in Akupunkturpunkte dar.

Die Elektrotherapie kann ebenso wie die Lokalanästhesie auf Reflexzonen angewendet werden.

Psychotherapie:
Menschen, die sich durch Leistung definieren, fühlen sich durch eine Krankheit in ihrem Selbstwertgefühl verletzt. Sie setzen sich unter Druck und erleiden Stress, wodurch auch das Immunsystem geschwächt wird. Die Krankheit „Schmerz“ stellt einen speziellen Leidensdruck dar. Die Psyche steht durch das limbische System (Triebe, Antrieb, Gefühle, primäres Gedächtnis, Tag- und Nachtrhythmus etc.) mit dem Hypothalamus in Verbindung, welcher Überlebensprogramme mit Hilfe der Hypophyse (Hormonzentrale), des vegetativen, des sensiblen und des motorischen Nervensystems umsetzt. Deshalb können Stress und psychische Störungen grundsätzlich zu hormonellen Störungen und vegetativen Funktionsstörungen führen. Sobald Gewebeschäden auftreten, spricht man von psychosomatischen Krankheiten.

Schmerzen gehen mit Ängsten und häufig auch mit Aggressionen einher. Insbesondere die Angst vor dem Wiederauftreten des Schmerzes (Schmerzangst) führt zum Vermeiden (vermeintlich) schmerzauslösender Bewegungen und führt letztlich zu einem ausgeprägten Vermeidungsverhalten von Bewegung überhaupt („Ich muss mich schonen“). Das wiederum bewirkt eine dysfunktionale Schwächung der Muskulatur. Außerdem führt die Angst zu verstärkter muskulärer Anspannung. Häufig führen chronische Schmerzen (insbesondere das Erleben, den Schmerzen ausgeliefert zu sein) zu Depressionen, welche wiederum die Schmerzen unterhalten bzw. verstärken können. So kann es zum Teufelskreis des Schmerzes kommen.

Zur Behandlung von chronischen Schmerzen (Dauer mind. 6 Monate) bzw. von gehäuft auftretenden akuten Schmerzen gehört die Schmerzbewältigungstherapie.

In der Psychotherapie unterscheidet man drei Formen, die als Regelleistung der Krankenkassen zugelassen sind:

Psychoanalyse
Tiefenpsychologisch fundierte Therapie
Verhaltenstherapie
Die Schmerzbewältigungtherapie wird zur Verhaltenstherapie gezählt. Ziel der Verhaltenstherapie ist es, „falsch“ erlerntes Verhalten zu löschen und statt dessen erwünschte Verhaltensweisen aufzubauen.

Methoden der Psychologischen Schmerzbewältigung:

Ablenkung: Man lässt sich vom Schmerz nicht unterkriegen, sondern setzt ihm etwas entgegen. Dabei geht es darum, den Fokus der Aufmerksamkeit vom Schmerz weg auf andere Inhalte zu lenken. Das geschieht durch:
Positive Gedanken wie z. B. „Ich lasse mich vom Schmerz nicht unterkriegen“, „Der Schmerz geht schon vorüber“ u. ä.
Positive Vorstellung z. B.: Ort der Kraft, Ort der inneren Ruhe, Fantasiereisen
Angenehme Aktivitäten wie z. B. „Buch lesen“, „Spaziergang“, „Baden“ oder „ins Kino gehen“; unterstützt durch körperliches Training und physiotherapeutische Maßnahmen
Wahrnehmung: Die Wahrnehmung ist bei depressiven Zuständen gehemmt und muss entsprechend geübt werden.
Selbstwahrnehmungstraining
Biofeedback: Es stellt operantes Lernen dar. Körperfunktionen, für die man keine bewusste Antenne hat, werden durch den Einsatz von Messgeräten wahrnehmbar gemacht. So kann das Ausmaß der Entspannung durch die Messung und Sichtbarmachung des Hautwiderstandes erkannt werden. Das Messgerät stellt also ein Feedback für den Patienten dar. Bewährt hat sich das Respiratorische Feedback.
Löschung von Schmerz- und Rückzugverhalten
Aktivitätsregulation bei Überbelastung, z. B. langes Arbeiten ohne Pausen („durchhalten müssen“)
Entspannung: Schmerzen treten eher in Stress- und Belastungssituationen auf, umgekehrt zeigt es sich, dass im Zustand der Entspannung die Schmerzintensität abnimmt. Deshalb sind verschiedene Entspannungsverfahren sehr sinnvoll einzusetzen:
Progressive Entspannung
Autogenes Training: Vorstellung von Ruhe, Glück, Freiheit und Harmonie; Einbeziehen beruhigender Sinneseindrücke
Selbsthypnose: Durch Autosuggestion herbeigeführter schlafähnlicher Zustand, z. B. durch Audiokassetten
Hypnose: Bei Hypnose kann über Suggestion das Schmerzempfinden herabgesetzt werden (siehe das folgende Beispiel)

Verhaltenstherapeutische Hypnose:
Ein Beispiel zeigt die positiven Ergebnisse einer Verhaltenstherapeutischen Hypnose bei chronischem Schmerz:

In einer Studie an 28 chronischen Schmerzpatienten wurden die Effekte eines verhaltenstherapeutischen Kurzprogramms von neun Sitzungen mit hypnotischen Interventionen untersucht. Als Interventionsmethoden kamen verhaltenstherapeutische Elemente zur Vermeidung Schmerz fördernder Aktivitäten, und hypnotherapeutische Interventionen (Hypnotische Dissoziation) zur Schmerzreduktion zum Einsatz. Eine Kassette mit den Schmerz reduzierenden, hypnotherapeutischen Interventionen wurde von den Patienten zusätzlich zu den therapeutischen Sitzungen zu Hause bei Schmerzattacken eingesetzt.

Die multivarianten Ergebnisse zeigen eine deutliche Reduzierung der Schmerzstärke (Effektgröße über 1,0) und ähnliche Ergebnisse der Verbesserungen in Depressivität und Funktionsfähigkeit. Die Ergebnisse wurden gegen ein vierwöchiges Eigenwartegruppendesign kontrolliert und in einer 3-Monats-Katamnese bestätigt. Die aktuelle Schmerzreduktion durch Heterohypnose und Autohypnose zeigt in der Intrasplitting-Erhebung Effektgrößen um 2,0.

Der Medikamentenkonsum der Patienten konnte mithilfe dieses Kurzprogramms stark reduziert werden. Im Vergleich zum Zeitpunkt vor der Therapie betrugen die Reduktionen bei den Neuroleptika 30 %, bei den peripher wirksamen Medikamenten 60 %, und 75 % in der Gruppe der Opioide.

Neurochirurgie:
Neurochirurgische Maßnahmen werden als ultima ratio angesehen; Beispiele:

Chordotomie: Durchtrennung der Schmerzbahn zwischen Rückenmark und Thalamus (Tractus spinothalamicus)
Koagulation des Ganglion Gasseri (sensibler Hirnnervenkern des N. trigeminus; dieser Hirnnerv versorgt das Gesicht sensibel mit drei Ästen) oder Durchtrennung eines der drei Äste dieses Nerven; Indikation: Trigeminus-Neuralgie

Übersicht:

Physikalische Maßnahmen:
Ruhigstellung, zum Beispiel bei einem Knochenbruch
Kühlung, beispielsweise bei einem Sonnenbrand
Lokale Wärme, zum Beispiel bei Schmerzen durch Muskelverspannungen
Mechanische Beseitigung eines Steines oder anderen Hindernisses bei Darm-, Nieren- und Gallenkoliken.
Manuelle Lymphdrainage, beispielsweise nach Traumen und Operationen, auch bei RA (Rheumatischer Arthrose) und CRPS I (Morbus Sudeck, Sympathische Reflexdystophie)

Medikamentöse Maßnahmen:

Lokale Analgetika:
Lokale Betäubung, beispielsweise mit Lidocain (Lokalanästhetikum)

Systemische Analgetika:
Pyrazolone
Metamizol (zum Beispiel Novalgin®)
Nicht-steroidale Analgetika: Laut WHO werden bei Gelenkschmerzen (Arthrose ist eine der häufigsten Schmerzursachen) zunächst diese nicht-steroidalen Analgetika eingesetzt. Diese haben jedoch in vielen Fällen Nebenwirkungen im Magen-Darm-Bereich. So können bei längerem Gebrauch Magenblutungen entstehen. Vielfach wird versucht, diese Nebenwirkungen durch zusätzliche Gabe von PPI (Protonenpumpen-Hemmern) zu vermeiden.

Acetylsalicylsäure (zum Beispiel Aspirin®)
Diclofenac (beispielsweise Voltaren®)
Ibuprofen (beispielsweise Irfen®)
Selektive COX2-Inhibitoren (neu entwickelte Stoffklasse, ähnlich NSAR, mit deutlich weniger Nebenwirkungen, vor allem im Magen-Darm-Trakt): Nach den nicht-steroidalen Analgetika sollen laut Therapie-Schema die Coxibe eingesetzt werden. Es gab die Nebenwirkungsmeldungen im Kardialen Bereich (Herz) zu Vioxx, worauf das Medikament vorsorglich vom Markt genommen wurde. Es zeigen jedoch große Studien mit den neuen Coxibe-Substanzen, dass diese wesentlich besser verträglich sind und kaum kardiale Nebenwirkungen haben. Durch den Rückzug von zwei Substanzen ist die gesamte Substanzklasse wohl fälschlicherweise in Verruf geraten. Es gibt im Gegenteil Überlegungen, das WHO-Schema wegen der wesentlich geringeren Ulkus-Komplikationen anzupassen.

Rofecoxib (Vioxx®; wegen Nebenwirkungen vom Markt genommen)
Etoricoxib (Arcoxia®)
Celecoxib (Celebrex®)
Valdecoxib (Bextra®) (seit dem 8. April 2005 vom Markt genommen, wegen seltener, aber schwerer, teilweise lebensbedrohlicher Hautreaktionen)
Parecoxib (Prodrug zu Valdecoxib, IV-Form, Dynastat®)
Lumiracoxib (Prexige®) (seit November 2007 Zulassung entzogen wg. Leberschädigung).
Sonstige
Paracetamol Die Wirkweise des Paracetamols ist bislang nicht vollständig geklärt (s. interner Link). Gesichert ist die analgetische und antipyretische Potenz des Wirkstoffes.

Opioide:
Schwache Opioide, u. a.:
Tramadol (z. B. Tramal®)
Tilidin (z. B. Valoron N®)
Codein
Starke Opioide:

Oxycodon (z. B. Oxygesic®, Targin®)
Pethidin (z. B. Dolantin®)
Hydrocodon (z. B. Dicodid®)
Hydromorphon (z. B. Palladon®, Jurnista®)
Fentanyl (z. B. Durogesic®, auch als Transdermales Pflaster)
Pentazocin (z. B. Fortral®)
Buprenorphin (z. B. Transtec Pro®, auch als Transdermales Pflaster, Temgesic®)
Morphin
Piritramid (z.B. Dipidolor®)

Andere schmerzlindernde Mittel:
Trizyklische Antidepressiva bei brennenden Schmerzen (z. B. Amitriptylin)
Antikonvulsiva/Antiepileptika bei Nervenschmerzen (z. B. Lyrica®, Carbamazepin)
Gabapentin (z. B. Neurontin®) bei Nervenkompressionsschmerzen
Nitrogylzerin bei Angina Pectoris, Gallenkolik, Nierenkolik
Betablocker bei Angina pectoris und rezidivierender Migräne
Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) und verwandte Substanzen
Conotoxine

Begleitende Maßnahmen:
Sedierung und Angstbeseitigung: die meisten Schmerzen gehen mit Angst einher (Diazepam, z. B. Valium®)
Antidepressiva
Psychotherapie
Physiotherapie

WHO-Stufenschema:
Die WHO empfiehlt zur Schmerztherapie (ursprünglich für die Tumortherapie entwickelt) ein Vorgehen in drei Stufen:
1. Nicht-Opioide Analgetika, +/- Adjuvantien
2. Nicht-Opioide Analgetika, +/- Adjuvantien, und schwaches Opioid
3. Nicht-Opioide Analgetika, +/- Adjuvantien, und starkes Opioid
Eine Kombination von starken und schwachen Opioiden ist kontraindiziert, sie wirken zum größten Teil antagonistisch.

Zu beachten ist, dass schwache Opioide aufgrund ihres Ceiling-Effekt (d. h. die Wirkung bei Dosissteigerung ist begrenzt) eine beschränkte Wirkung zeigen.

Gesellschaften:
Mehrere Gesellschaften und Verbände bemühen sich um die Erforschung und Therapie des Schmerzes:
Deutsche Schmerzliga e. V.
Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie e. V.
Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e. V.
Verband Deutscher Ärzte für Algesiologie - Berufsverband Deutscher Schmerztherapeuten e. V.
Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e. V.
Deutsche Gesellschaft für psychologische Schmerztherapie und -forschung
Internationale Gesellschaft für orthopädische Schmerztherapie
Europäische Algesiologie-Gesellschaft e. V.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Schmerztherapie (Stand: 27.01.2009)

Schwindel

Die Vertigo (lat. „Umdrehung“, „Schwindel“; von vertere „wenden“) ist der medizinische Fachausdruck für Schwindel. Das dazugehörige Adjektiv lautet vertiginös („schwindelig“). Unter Schwindel im medizinischen Sinne versteht man das subjektive Empfinden eines Drehgefühls oder Schwankens oder das Gefühl der drohenden Bewusstlosigkeit. Definiert wird Schwindel im medizinischen Sinne als wahrgenommene Scheinbewegung zwischen sich und der Umwelt. Man unterscheidet u. a. Dreh-, Schwank-, Lift-, Bewegungs- und unsystematischen Schwindel. Außerdem werden Symptome einer Kreislaufschwäche oft Schwindel genannt.

Im Deutschen wird der Begriff folglich für unterschiedliche Phänomene genutzt. Im Englischen werden demgegenüber vertigo („Schwindel“) und dizziness („Benommenheitsgefühl“) unterschieden.
Ursachen von Vertigo:
Schwindel entsteht häufig aus widersprüchlichen Informationen von am Gleichgewichtsempfinden beteiligten Sinnesorganen wie Augen, Gleichgewichtsorganen der Innenohren sowie Muskel- und Gelenkrezeptoren. Dies wird von der abstrakt wirkenden Definition (s. o.) exakt abgebildet. Schwindel ist einer der häufigsten Beratungsanlässe in einer allgemeinmedizinischen Praxis.[1]

Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr ist ein Sensorium für Dreh- und Linearbeschleunigung und eng mit Reflexen verbunden.

Eine Linearbeschleunigung wird in den in horizontaler und vertikaler Ebene stehenden Macula sacculi und utriculi registriert. Die Sinneshaare dieser Rezeptoren sind in eine durch Kristallkörnchen, so genannte Otolithen, beschwerte Matrix eingebettet. Bei Beschleunigung in der Ebene der Macula bleibt diese aufgrund ihrer Trägheit zurück und führt zu einer Auslenkung der Sinneshaare. Durch die Erdbeschleunigung kann mit diesen Rezeptoren auch die Lage des Kopfes im Raum bestimmt werden.

Drehbeschleunigungen werden von den Bogengängen registriert - jeweils drei miteinander verbundene, senkrecht zueinander stehende, ringförmige Gefäße mit Lymphflüssigkeit und Sinneshaaren. Durch eine Drehbeschleunigung in der Ebene des jeweiligen Bogenganges kommt es aufgrund von Massenträgheitskräften zu einem Zurückbleiben der Endolymphflüssigkeit in Relation zum sich bewegenden Schädelknochen. Mithilfe einer in der der Flüssigkeit aufgespannten gallertartigen Membran überträgt sich diese Flüssigkeitsbewegung auf Sinneshaare und lenkt diese aus. Bei länger anhaltenden Drehbewegungen kommt es durch Reibung zu einer Mitbewegung der Endolymphe, der Sinnesreiz reduziert sich und geht schließlich gegen Null, wenn Bogengang und Endolymphe sich mit gleicher Geschwindigkeit bewegen. Es kommt zu einer Gewöhnung. Bei Aufhören der Drehbewegung rotiert die Flüssigkeit weiter und ruft den Eindruck einer entgegengesetzten Drehung hervor. Die reflektorische Reaktion darauf kann nicht unterdrückt werden, auch wenn das Auge die wahre Bewegung zeigt. Der Widerspruch der Sinnesorgane erzeugt Verwirrung oder Desorientierung. Piloten müssen deshalb beim Instrumentenflug lernen, der Anzeige von Navigationsgeräten mehr zu trauen als ihrem Eindruck.

Erkrankungen des Gleichgewichtssystems (peripher: Innenohr + Gleichgewichtsnerv / zentral: Hirnstamm + Kleinhirn + Großhirn) können Ursache für Schwindelempfindungen sein: vestibulärer Schwindel. Oft wird Schwindel begleitet von vegetativen Reaktionen des Körpers wie Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbruch, Herzbeschleunigung und Kollaps.

Beispiele (nach Häufigkeit):
benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel, ein gutartiger Lagerungsschwindel
Erkrankungen des Innenohres (Vestibulopathie)
Menière’sche Erkrankung
Entzündung des Gleichgewichtsnerven (Neuritis vestibularis)
seltener auch Durchblutungsstörungen (Kleinhirninfarkt), Tumoren (Akustikusneurinom), mechanische Schädigungen (traumatischer Labyrinthausfall bei Felsenbeinfraktur) usw. mit Beteiligung des Gleichgewichtssystems
Basilaris-Migräne - ein Migräne-assoziierter Schwindel, auch als Bickerstaff-Syndrom oder basilare Migräne bezeichnet
Basilariskompressionen durch rotatorische oder translative Subluxationen im Kopfgelenk bei Kopfgelenksinstabilitäten, beispielsweise als Folge eines Schleudertraumas mit Weichteilverletzung
Bogengangsdehiszenz, ein Knochendefekt im Innenohr, der zu Autophonie, Schwindel, Tullio-Phänomen und Hörverlust führen kann
Bei nicht-vestibulärem Schwindel sind eine Vielzahl weiterer Ursachen beschrieben, unter anderem Vorstufen von Ohnmachtsanfällen (Prä-Synkope) bei Hypotonie (niedrigem Blutdruck), psychogener Schwindel (ohne organische Ursache), Herzrhythmusstörungen, wahrscheinlich auch Blockaden der Halswirbel (vertebragener Schwindel). Weitere Schwindelursachen können psychiatrische Erkrankungen (Depressionen, Angstzustände, Psychosen) sowie bei der Vertigo epileptica epileptische Entladungen in den hinteren Anteilen des Gyrus temporalis superior sein.

Gerätetaucher erfahren manchmal eine Vertigo, wenn kühles Wasser zu tief ins Ohr dringt. In diesem Fall hilft es, sich an den Luftblasen zu orientieren, da diese immer nach oben steigen. Der Tauchgang sollte sofort - unter Einhaltung der Auftauchzeiten - beendet werden.

Beim Blick aus großer Höhe kann Vertigo ebenfalls auftreten. Hier hilft das Festhalten an stationären Gegenständen.

Halswirbelsäule und Schwindel:
Verletzungen im Kopfgelenk der Halswirbelsäule sind als Ursache von Schwindel, insbesondere nach Schleudertrauma-Verletzungen, exemplarisch und archetypisch. Als Folge der physikalisch als Peitschenhieb-Bewegung bezeichneten Verletzung, die bevorzugt bei Schleudertraumata auftritt, kann eine Kopfgelenksinstabilität bestehen. Eine Kopfgelenksinstabilität entsteht durch Ruptur oder auch Überdehnung ligamentärer Strukturen im Bereich der Schädelbasis (C0) bis zum zweiten Halswirbel (Axis, C2). Verletzungen der Alarligamente, insbesondere bei gleichzeitiger Ruptur der Gelenkkapsel lassen eine ungewünschte Fehlbewegung, eine Translationsbewegung oder bei unilateraler Verletzung auch eine sogenannte rotatorische Subluxation zwischen den ersten beiden Halswirbeln (Atlas und Axis) zu. Dies kann zu einer intermittierenden basilären Impression mit typischer Stammhirnsymptomatik führen. Kennzeichnend für diffux-hypoxische Schädigungen im Vertebralisstromgebiet (Versorgungsgebiet der Basilararterie) des Gehirns (Okzipitalhirn) sind Schwindel, Vigilanzstörungen (von leichter Benommenheit über leichte Bewusstseinstrübung bis hin zu ausgeprägter Somnolenz) und Sehstörungen. Kopfgelenksinstabilitäten gehen fast immer mit einer ausgeprägten Schwindelsymptomatik einher.

Untersuchungen bei Schwindel:
Zur Abklärung von Schwindel müssen Patienten oft von mehreren Fachärzten untersucht werden. Wenn der Hausarzt (Allgemeinmedizin, Innere Medizin) die Einordnung nicht ausreichend treffen kann, sollen Fachärzte für HNO, Orthopädie und Neurologie konsultiert werden. Unter Umständen sind auch kardiologische und psychiatrische Untersuchungen sinnvoll.

Starker Schwindel erfordert manchmal die Einweisung in ein Krankenhaus.

Folgende Untersuchungsverfahren werden angewandt:

immer:
Anamnese = Krankengeschichte erheben (klärt bis zu 90 % der Diagnose!)
körperliche Untersuchung
Blutdruck, Puls (dann ggf. EKG schreiben)
Untersuchung der Augenbewegungen (Nystagmus)
Gleichgewichtsprüfung + Gehörprüfung
Koordinationsprüfung
je nach Untersuchungsbefund technische Zusatzuntersuchungen:
Gehörprüfung (Audiometrie)
Gleichgewichtsprüfung (Vestibularistest)
gelegentlich Bildgebung (CT, MRT)
selten auch Doppler/Duplex-Sonographie, EEG oder EPs

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Schwindel_(Medizin) (Stand. 22.01.2009)

Unser anerkannter Vali-Med Experten aus einem medizinischen Teilgebiet für Ihre medizinische Frage, wobei im Vordergrund die Qualität dieser gutachterlichen Stellungnahme steht.

     

Prof. Dr. Michael Strupp

  Prof. Dr. Michael Strupp
Spezialgebiet:
Neurologie - Schwindel und Gleichgewichtsstörungen
Lebenslauf des Experten

Priv. Doz. Dr. Gerhard Hesse bei Vali-Med anfragen.

 

     

Kopfschmerz | Kopfschmerzen

Als Kopfschmerz (synonym: Cephalgie, Kephalgie, Kephalalgie, Zephalgie, Cephalaea) werden Schmerzempfindungen im Bereich des Kopfes bezeichnet. Sie beruhen auf der Reizung von schmerzempfindlichen Kopforganen (Schädeldecke, Hirnhäute, Blutgefäße im Gehirn, Hirnnerven, oberste Spinalnerven) und können bei einigen Menschen bereits durch Tragen eines Pferdeschwanzes hervorgerufen werden. Die eigentliche Gehirnsubstanz (ein Teil des Zentralnervensystems (ZNS)) ist nicht schmerzempfindlich.

Allgemeines
Kopfschmerzen gehören neben Rückenschmerzen zu den häufigsten gesundheitlichen Beeinträchtigungen: Etwa 4-5 % der deutschen Bevölkerung leidet unter täglichen und ca. 70 % leiden unter anfallsweisen oder chronischen (immer wiederkehrenden) Kopfschmerzen.

Dabei entfallen über 90 % der Kopfschmerzerkrankungen auf die beiden primären Kopfschmerzformen Migräne und Spannungskopfschmerzen, die auch kombiniert auftreten können. Zu den primären Kopfschmerzen gehört auch der Cluster-Kopfschmerz und der medikamentenassoziierte Kopfschmerz. Gemeinsam haben sie, dass bei bildgebender Diagnostik kein sichtbares Korrelat gefunden werden kann.

Bei den primären Kopfschmerzen ist der Schmerz selbst die Erkrankung. Ihre Ursache ist immer noch nicht genau bekannt und kann deshalb auch nicht immer beseitigt werden. Die Vorbeugung zielt darauf hin, bekannte Auslöser und Faktoren für die Entstehung zu vermeiden. Die Behandlung besteht in einer schnellen und anhaltenden Schmerzlinderung.

Sekundäre, d.h. als Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung auftretende Kopfschmerzen sind wesentlich seltener. Sie müssen aber gut beobachtet werden und ihre Ursachen müssen gegebenenfalls schnell beseitigt werden. Eine Ursache für sekundären Kopfschmerz kann z. B. eine sogenannte craniomandibuläre Dysfunktion sein, bei der durch Zahnfehlstellung und Fehlstellung der Kiefer Verspannungen entstehen, die zu Kopfschmerzen und auch zu Rückenschmerzen führen können.

Die vier gebräuchlichsten Wirkstoffe gegen Kopfschmerzen sind Acetylsalicylsäure, Paracetamol, Ibuprofen sowie Propyphenazon.

Der heutigen Medizin sind über 220 verschiedene Arten von Kopfschmerzen bekannt. Dies führt zu einer Erschwerung der Therapie.

Unterteilung der Kopfschmerzen
Es erfolgt eine Gliederung der Kopfschmerzen zum einen entsprechend der Ursache, zum anderen nach der Art, wobei die klinische Unterteilung nicht streng getrennt erfolgt.

1. Nach der Ursache
primär (Migräne, Cluster-Kopfschmerz, Spannungskopfschmerz)
sekundär (Kopfschmerzen nach Trauma, bei intrakraniellen Tumoren, Blutungen etc.)

2. Nach der Art
Migräne (mit Unterformen)
Spannungskopfschmerz
Cluster-Kopfschmerz (Bing-Horton-Syndrom)
Medikamenteninduzierter Kopfschmerz
Kopfschmerzen nach HWS-Trauma
Glaukomanfall (auch das kann (lokalisierte) Kopfschmerzen verursachen!)
Gesichtsschmerzen (Trigeminusneuralgie, Zoster ophthalmicus, atypischer Gesichtsschmerz etc.)
Arteriitis cranialis
Subarachnoidalblutung

Wann ein Arztbesuch notwendig ist
Wenn die Schmerzen nicht nachlassen oder immer wiederkehren.
Wenn die Schmerzen sehr stark sind oder immer stärker werden; im Einzelfall können lebensbedrohliche Erkrankungen dahinter stecken. Ein solcher Notfall ist z. B. die sog. Subarachnoidalblutung, bei der ein missgebildetes Gefäß geplatzt ist.
Wenn andere Beschwerden hinzukommen, z. B. Sehstörungen, Schwindel, Störungen des Kurzzeitgedächtnisses oder andere. Auch hier können lebensbedrohliche Erkrankungen wie z. B. ein Schlaganfall die Ursache sein.
Bei Kopfschmerzen nach einem Schlag oder Stoß an den Kopf.
Bei Neuralgien.
Wenn die Kopfschmerzen erstmals nach Einnahme eines neuen Arzneimittels auftreten.
Wenn man jenseits des 40. Lebensjahres erstmals Kopfschmerzen bekommt, die man so bisher nicht kannte.
Wenn die Kopfschmerzen mit psychischen Wesensveränderungen einhergehen. Dahinter kann sich eine Raumforderung im Schädel z. B. durch Hydrocephalus oder einen schnell wachsenden Hirntumor verbergen.

Seltene(re) Kopfschmerzformen
benigner Hustenkopfschmerz: Dauert weniger als 60 Sekunden; meist beidseitig vorhanden mit einem Schwerpunkt am Hinterkopf.
benigner Anstrengungskopfschmerz: In Verbindung mit (starker) körperlicher Anstrengung auftretender, beidseitiger pochender Kopfschmerz, der fakultativ von vegetativen Symptomen begleitet ist (Übelkeit, Erbrechen), kann bis zu 24 Stunden andauern.
(post)koitaler Kopfschmerz: Ein dumpfer, pulsierender, beidseitiger, meist okzipital lokalisierter Kopfschmerz während oder nach dem Geschlechtsverkehr, kann für Minuten bis Tage bestehen. Wichtigste Differentialdiagnose, die unbedingt ausgeschlossen werden muss (durch Bildgebende Verfahren und klinische Untersuchung) ist die Subarachnoidalblutung.
Dialysekopfschmerz: Tritt während bzw. nach einer Dialysebehandlung auf und ist gut mit Paracetamol zu therapieren.
Hemicrania continua beschreibt einen dauerhaften, halbseitigen Kopfschmerz, der gut auf Indometazin und Aspirin reagiert.
Kältekopfschmerz/”Ice-Cream Headache” wird durch einen Kältereiz am Gaumen ausgelöst und ist ein meist temporal lokalisierter Kopfschmerz von 20 bis 30 Sekunden Dauer. Umgangssprachlich “Hirnfrost” genannt.
Dissektion extra- und intrakranieller Gefäße: Kopfschmerzen, die eine für das dissezierte Gefäß charakteristische Lokalisation haben: innere Halsschlagader (A. carotis interna) temporal und am Hals einseitig; Wirbelkörperarterie (A. vertebralis): am Hinterkopf, Rückseite des Halses; Hirnstammarterie (A. basilaris): ringförmig um den gesamten Schädel ziehend. Dissektionen, v. a. der A. vertebralis, treten gehäuft nach chiropraktischer Behandlung am Hals (”Einrenken”) auf – und bedürfen der sofortigen neurologischen Abklärung.
Postpunktioneller Kopfschmerz: Meist lageabhängiger Kopfschmerz am Hinterkopf und/oder Stirn der 24-48h nach einer Liquorpunktion auftritt.

Hausmittel gegen Kopfschmerzen:KopfschmerzkarikaturMinzöl auf die Stirn und Schläfen getupft, sowie bei stärkeren ein zusätzlicher Tropfen auf die Zunge.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Kopfschmerzen (Stand: 22.01.2009)

Mesothelioma | Mesotheliom

Das Mesotheliom ist eine Form von Lungenkrebs bzw. eine Tumorart im Lungenbereich. Es tritt vor allem bei Menschen auf, die häufig mit Asbest gearbeitet haben (Asbestose). Mesotheliome sind seltene und oft schwer zu diagnostizierende Bindegewebstumore im Bereich der Pleura (dt. Brustfell). Männer sind häufiger von der Erkrankung betroffen (Wahrscheinlichkeit ca. 1:1000). Nach aktuellen Erkenntnissen wird das Mesotheliom zumeist durch Asbesteinwirkung, Glasfaserstaub oder Toxikose durch Zigarettenrauch und andere exogene Schadstoffe hervorgerufen.

Die Diagnose erfolgt durch zytodiagnostische Untersuchungen aus Zellproben, die mittels Feinnadelbiopsie gewonnen werden, Histologie, Pleurabiopsie sowie radiologische Untersuchungen. Bevorzugt werden computertomografische (CT) Verfahren bei der Diagnose eingesetzt, um eine Metastasierung des Thorax, der Thoraxwand und der Lunge abzuklären.
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Mesotheliom - Stand: 16.02.08)

Mesotheliom ist eine seltene Lungenkrebserkrankung. Es tritt vor allem bei Menschen auf, die mit Asbest gearbeitet haben.

Schlaganfall

Als Schlaganfall (auch Zerebraler Insult, apoplektischer Insult oder Gehirnschlag, in der medizinischen Umgangssprache häufig verkürzend auch Apoplex oder Insult), wird eine plötzlich auftretende Erkrankung des Gehirns bezeichnet, die zu einem anhaltenden Ausfall von Funktionen des Zentralen Nervensystems führt und durch kritische Störungen der Blutversorgung des Gehirns verursacht wird. Die Terminologie des Schlaganfalls wird nicht einheitlich benutzt. Gleichbedeutend zum Begriff Schlaganfall sind auch die angloamerikanischen Termini Stroke und Cerebrovascular accident (CVA). Diese Bezeichnungen werden häufig als Oberbegriff für unterschiedliche neurologische Krankheitsbilder benutzt, deren wichtigste Gemeinsamkeit plötzliche Symptome nach einer auf das Gehirn begrenzten Durchblutungsstörung sind, wobei der Funktionsverlust definitionsgemäß nicht auf primäre Störungen der Erregbarkeit von Nervenzellen zurückzuführen sein darf.
Dem Schlaganfall liegt ein plötzlicher Mangel der Nervenzellen an Sauerstoff und anderen Substraten zugrunde. Grob unterscheiden lassen sich die plötzlich auftretende Minderdurchblutung (Primär ischämischer Hirninfarkt) und die akute Hirnblutung, die jedoch sekundär auf Grund ihrer raumfordernden Wirkung bzw. auf Grund des Fehlens des Blutes in nachgeordneten Regionen ebenfalls zu einer Ischämie führt. Die Unterscheidung zwischen Minderdurchblutung und Blutung ist erst durch bildgebende Verfahren wie die Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) sicher möglich, wobei in den ersten Stunden beide Bildgebungsmethoden insbesondere beim primär ischämischen Hirninfarkt noch unauffällig sein können. Die Verdachtsdiagnose einer Subarachnoidalblutung, welche in Folge einer geplatzten Arterie (z.B. auf Grund eines Aneurysmas) entsteht, kann insbesondere bei nur milder Symptomtatik (z.B. alleinige Kopfschmerzen) durch den Nachweis von Blutbestandteilen im Nervenwasser bei der Lumbalpunktion bestätigt werden.

Kürzer als 24 Stunden andauernde Minderdurchblutungen ohne sichtbare Folgen werden als Transitorische ischämische Attacke (TIA) bezeichnet. Typischerweise dauern diese einige wenige Minuten und können rezidivieren (erneut auftreten). Der Begriff (Prolongiertes) reversibles ischämisches neurologisches Defizit (RIND/PRIND) für länger als 24 Stunden, aber kürzer als drei Wochen anhaltende Befunde soll nach den aktuellen Leitlinien nicht mehr angewendet werden, da dies bereits einem manifesten Schlaganfall entspricht. Patienten mit einem Schlaganfall (oder dem Verdacht auf selbigen) sollten ohne zeitliche Verzögerung ärztlicher Behandlung zugeführt werden, denn in einer Vielzahl von Fällen gilt es, mittels intravenöser oder intraarterieller Gabe von speziellen Medikamenten (Thrombolyse) ein eventuell vorhandenes Blutgerinnsel aufzulösen und das Gehirn vor einem dauerhaften Schaden zu bewahren.

Primär gilt es in der Ersten Hilfe, nach dem unverzüglichen Absetzen eines Notrufs den Patienten weiterhin zu betreuen, mit erhöhtem Oberkörper zu lagern und fortlaufend das Bewusstsein zu kontrollieren. Keine körperliche Belastung. Nichts trinken, nichts essen, da eine Aspirationsgefahr besteht. Das bedeutet, dass das Gehirn evtl. den Schluckvorgang nicht mehr richtig steuern kann und so die Gefahr des Verschluckens besteht. Notfalltransport mit Rettungswagen, eventuell mit Notarzt, in eine Stroke Unit (spezialisierte Abteilung für Schlaganfall-Behandlung, nicht unbedingt immer Bestandteil einer neurologischen Klinik) zur genauen Diagnostik und Therapie von möglichen Komplikationen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Schlaganfall ( Stand: 10.06.08)

Komplementärmedizin und Naturheilverfahren

Naturheilkundliche Verfahren, werden auch als komplementäre (ergänzende) Verfahren bezeichnet und im amerikanischen mit CAM abgekürzt (Complementary and Alternative Medicine). Ergänzend meint in diesem Sinne Verfahren in der Diagnostik und Therapie, die nicht Teil der konventionellen (Schul-)Medizin sind, wie z.B. klassische Naturheilverfahren, Akupunktur, Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Homöopathie oder verschiedene Entspannungsverfahren. Im Zentrum für naturheilkundliche Forschung gibt es eine Ambulanz sowie eine Tagesklinik. Arbeitsschwerpunkte sind Lebensstilmanagement, Gesundheitsförderung und Prävention, Therapieempfehlungen und Krankheits- bzw. Symptommanagement, insbesondere bei Krebspatienten, sowie klassische Naturheilverfahren, wie Kneipptherapie, Pflanzenheilkunde und Ordnungstherapie als auch die TCM. Die Erwartungen der Patienten an die Komplementärmedizin sind u.a. eine Immunstimulation, die Heilung der Krebserkrankung, die Behandlung von Nebenwirkungen einer Operation, Chemotherapie oder Bestrahlung, sowie die Stressreduzierung. Die Erwartungen an die Komplementärmedizin und deren Möglichkeiten sind nicht zwingend identisch. Insbesondere die Hoffnung auf Heilung einer Krebserkrankung nur durch die Naturheilkunde ist bislang noch nicht belegt worden. Es besteht auch die Gefahr, dass eine Diagnose oder konventionelle Therapie verzögert wird, weil der Patient sich nur der Komplementärmedizin zugewandt hat. Auch ist die Komplementärmedizin nicht immer eine „sanfte“ Medizin. Falsch angewandt kann sie, wie jede Therapie, auch Schaden anrichten.

Die Naturheilkunde ist insbesondere geeignet in der Gesundheitsförderung und Prävention, als Ergänzung zur Schulmedizin in der symptomatischen Behandlung und bei der Verbesserung der Lebensqualität von Krebspatienten. Zur Naturheilkunde gehören auch Maßnahmen, die jeder Mensch (ob krank oder gesund) anwenden sollte, die unabhängig von Ärzten angewandt werden können (Bewegung, Ernährung, Entspannung, Selbsthilfetechniken und –strategien). Im Folgenden ging Dr. Jack auf diese ein und nannte sie die „Basisinformationen“, die alle Zuhörer mitnehmen sollten, denn sie würden den, oft stiefmütterlich behandelten, wahrscheinlich am stärksten wirksamen, wenn nicht wichtigsten Teil, der Naturheilkunde ausmachen. Bewegung: Jeder sollte sich täglich 30 - 45 Minuten körperliche betätigen i.S. einer gemäßigten Ausdauerbewegung (z.B. walking, jogging, schwimmen). Als einfache Faustformel für die dabei zu erreichende Pulsfrequenz gilt: 180 minus Lebensalter. U.a. ist die Bewegung das stärkste Mittel um das chronische Müdigkeitssyndrom, auch Fatigue genannt, zu bekämpfen. Außerdem hilft sie das Gewicht zu reduzieren bzw. zu halten und stärkt zusätzlich das Immunsystem. Entspannungsübungen: Es gibt viele unterschiedliche Entspannungsverfahren wie Qi Gong, Thai Chi, autogenes Training, progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Welches Verfahren angewandt wird, liegt an jedem selbst. Die Entspannungsübungen helfen Ängste, Depressionen und Stress besser zu meistern und können dadurch die Lebensqualität steigern. Regelmäßige, möglichst tägliche, Übungen führen dazu, dass man angespannten Momenten sehr gut begegnen kann. Dies lässt sich durch kurze Übungen auch bei der Arbeit oder unterwegs erreichen. Ernährung: Eine gesunde Ernährung reduziert nachweislich das Krebsrisiko für verschiedene Erkrankungen. Grundsätzlich sollten täglich mindestens 5 Portionen Gemüse und Obst zu sich genommen werden. Diese sollte zur besseren Verträglichkeit gedünstet werden. Die Ernährung sollte fettarm und ballaststoffreich sein, sowie wenig Fleisch enthalten. Insbesondere sind hierunter, die in tierischen Produkten häufig vorkommenden, gesättigten Fettsäuren gemeint. Fisch kann hingegen 2-3 in der Woche gegessen werden, wobei es Fische mit einem hohen Anteil an mehrfach, ungesättigten Fettsäuren, allen voran den Omega-3 Fettsäuren, sein sollten (z.B. Hering, Lachs, Makrelen). Es gibt aber auch Pflanzen, die wichtiger Lieferant für Omega-3 Fettsäuren sein können, wie z.B. Portulak, Feigen, Walnüsse, Leinsamen, Lein- und Rapsöl, Olivenöl. Prinzipiell ist es nicht sinnvoll für erkrankte Personen Radikaldiäten durch zu führen. Physiotherapie / Massage: Massagen lindern Schmerzen und helfen bei Depressionen und Schlafstörungen. Thermotherapien: Es gibt zum einen Kälte- und Wärmetherapien. Eine Kältetherapie lindert z.B. postoperative Schmerzen und Schwellungen und hilft entzündliche Prozesse zu hemmen. Wärme hingegen hilft die Durchblutung zu steigern und den Stoffwechsel anzuregen. Sie gibt dem Körper Wärmeenergie, hilft gegen Kälte und kann Schmerzen und Müdigkeit reduzieren. Neben den oben genannten Verfahren zur Gesunderhaltung bzw. der Stabilisierung der Gesundheit bei Erkrankung, gibt es Verfahren, die die Kompetenz eines Arztes / Therapeuten erfordert. Dem ausführlichen Gespräch zwischen Patienten und naturheilkundlich tätigen Arzt kommt eine sehr große Bedeutung zu. Die Patienten sind oftmals sehr gut informiert. Aus dem Gespräch wird dann mit Hilfe der aktuellen Studienlage und Erfahrung des Therapeuten eine individuelle Therapie entwickelt. Die Suche nach einem geeigneten Therapeuten ist nicht immer sehr einfach und manchmal fast unmöglich (z.B. ländliche Regionen). Wünschenswert wäre es, wenn Erfahrung mit dem Krankheitsbild und mindestens eine Ausbildung in der/den angewandten, komplementären Therapiemethode/n bestehen. Wichtig ist, dass ein klares Therapieziel definiert wird und erklärt, wie es erreicht werden soll (Stichwort: Transparenz). Es sollte auch überlegt werden, ob eine Kombination von Schul- und Komplementärmedizin möglich ist. Da fast alle naturheilkundlichen Verfahren nicht von den gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland übernommen werden, ist die Angabe der Kosten seitens des Therapeuten unerlässlich. Abschließend erläuterte Dr. Jack die Angebote, die das Zentrum für Naturheilverfahren anbietet. Es wird ein individuelles Gesundheitsmanagement angeboten, wobei die Vermittlung von sinnvollen Verhaltensweisen zur Stärkung der gesunden Anteile des Organismus (siehe die einzelnen vorgenannten Punkte) im Vordergrund steht. Darüber hinaus werden die Patienten zu verschiedenen Themen der Naturheilkunde informiert und zu einzelnen Verfahren gibt es angeleitete, praktische Übungen. Ferner werden die Patienten über die ärztliche Seite der naturheilkundlichen Behandlung informiert, die nötig sein könnte, und es erfolgt eine Auswertung u.a. durch den Einsatz von Fragebögen. Neben den oben bereits genannten Punkten Ernährung, Bewegung und Entspannung werden auch die sozialen Kompetenzen des Patienten gestärkt. Da eine chronische Erkrankung auch eine chronische Therapie braucht, werden die Patienten über einen Zeitraum von bis zu 12 Monaten begleitet und betreut. Ziel ist es, die Eigenkompetenz des Patienten zu stärken, dessen Lebensstil und Symptome eigenständig zu beeinflussen. Dazu gehört auch die Förderung der eigenen Ressourcen. Bestehende Ängste, Depressionen und Schmerzen sollen gelindert werden und die Stabilisierung des allgemeinen Gesundheitszustandes soll erreicht werden. Alle diese Maßnahmen sollen auch dazu führen, dass die Lebensqualität verbessert wird. Zusammenfassung: Komplementärmedizinische Verfahren sind in Ergänzung zur Schulmedizin sinnvoll bei bestimmten Beschwerden. Sie können die Lebensqualität erhalten oder verbessern und können möglicherweise zur Verbesserung des Therapieerfolges führen.
http://www.hippel-lindau.de/vhl-naturheilverfahren.html (Stand: 27.05.08)

Yoga in der Schwangerschaft

Yoga in der Schwangerschaft (openPR) - Das Abenteuer Schwangerschaft bringt erhebliche körperliche und emotionale Veränderungen. Als werdende Mutter erfahren Sie, wie Sie mit Yoga das eigene Wohlbefinden und damit das Wohlbefinden Ihres Kindes steigern. Sie lernen Körper, Geist und Seele in Harmonie zu bringen. Egal ob Sie schon vor der Schwangerschaft sportlich aktiv waren oder nicht, die Atem- Bewegungs- und Entspannungstechniken des Yoga werden Ihnen über die Schwangerschaft hinaus von großem Nutzen sein.

Die Schwangerschaft ist für viele Frauen nicht nur ein besonderes Erlebnis, sondern mitunter auch anstrengend.

Yoga
-> kräftigt und dehnt die bei der Geburt geforderte Muskulatur
-> lindert Spannungen im Becken Hals und Nachenbereich
-> kräftigt die Muskulatur des Rückens und beugt Schmerzen vor
-> lässt die Schwangerschaft und die damit verbundenen Veränderungen bewusst erleben
-> steigert die Entspannungsfähigkeit und das Wohlbefinden durch gezielte Atemübungen
-> gibt dir die Möglichkeit deine Interessen und Themen in vertrauter Runde zu genießen

Ihr Wohlbefinden und Zufriedenheit überträgt sich auf Ihr Baby, Ihren Partner und die Familie.

Neue Kurse
Wien 3 - Geusaugasse 17 (Vitak), jeden Di. um 16.30 Uhr
Wien 7 - Lindengasse 37/5 (Wendepunkt), jeden Fr. um 15.00 Uhr
Mödling - Guntramsdorferstr. 103 (SOL4), jeden Do. um 17.00 Uhr

Yoga Austria (www.yoga-austria.info) ist Mitglied von www.EnjoyLiving.at - der Onlineplattform für alternative Gesundheit, Entspannung und Wohlbefinden.

Yoga Austria - Verein zur Förderung von Yoga und Ayurveda in Österreich
Anningerstraße 6, 2351 Wr. Neudorf
Tel. 0676 377 66 17
E-Mail: kurse@yoga-austria.info
Web: www.yoga-austria.info

Yoga wird immer mehr auch in Europa zu einem der beliebtesten „Gesunderhaltungs“ Systemen. Das Ziel von Yoga Austria - Verein zur Förderung von Yoga und Ayurveda in Österreich ist, die wohltuenden Auswirkungen der oft einfach zu praktizierenden Übungen, an interessierte Personen weiterzugeben. Die Qualität der Yoga Kurse ist durch ein hochqualifiziertes (und ständig wachsendes) LehrerInnen-Team gewährleistet.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht auf
OpenPR - http://openpr.de/news/116201/Yoga-in-der-Schwangerschaft.html

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