Experten für Nasennebenhöhlen und Nasennebenhöhlenchirurgie

Moderne Nasennebenhöhlenoperationen basieren auf der Zusammenschau von Beschwerden, Nasenendoskopie und Computertomographie. Der Eingriff erfolgt individuell an Anatomie und Erkrankung angepasst mittels Videoendoskopie, Shaver, ggf. Navigationssystem und feinen Spezialinstrumenten.

Immer mehr Patienten klagen über Beschwerden von Seiten ihrer Nasennebenhöhlen, so z.B. behinderte Nasenatmung, vermehrte Nasensekretion, Kopfdruck, Geruchsstörungen, vermehrte Infekte. In der Zusammenschau von Beschwerden, sorgfältiger endoskopischer Untersuchung, bildgebender Darstellung der Nasennebenhöhlen (z. B. Computertomogramm) und Funktionsprüfungen wird der für den jeweiligen Patienten beste Weg zur Verbesserung der Situation individuell gesucht.

In der modernen Nasennebenhöhlenchirurgie wird der krankhafte Prozess saniert und dabei die Funktion von Nase und Nasennebenhöhlen möglichst wenig beeinträchtigt. Hierzu werden optische Hilfsmittel wie Endoskop und Mikroskop sowie Spezialinstrumente, ggf. auch der Laser eingesetzt. Bei den entzündlichen Nebenhöhlenerkrankungen liegt das Hauptaugenmerk darauf, möglichst wenig eingreifend (minimal invasiv) vorzugehen, die Engstellen gezielt zu erweitern und gesunde Schleimhaut weitgehend zu erhalten.

Welches operative Verfahren gewählt wird, kann nur anhand einer individuellen Beratung festgelegt werden.

Unsere anerkannten Vali-Med Experten aus einem medizinischen Teilgebiet für Ihre medizinische Frage, wobei im Vordergrund die Qualität dieser gutachterlichen Stellungnahme steht.

     

Prof. Dr. Werner Hosemann

  Prof. Dr. Werner Hosemann
Spezialgebiet:
HNO - Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Nasennebenhöhlen
Lebenslauf des Experten 

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Prof. Dr. Jochen A. Werner

  Prof. Dr. Jochen A. Werner
Spezialgebiet:
HNO - Kopf-Hals-Tumoren, Hämangiome, Laserchirurgie im Kopf-Hals-Bereich, vaskuläre Malformationen
Lebenslauf des Experten 

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Organerhaltende Operationen bei Nierentumoren

Einleitung:
Prof. Dr. Thüroff ist Direktor der Urologischen Klinik der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz. Da bei VHL Patienten Nierentumoren beidseitig (zeitgleich oder auch hintereinander) auftreten können, ist eine organerhaltende Tumorchirurgie für sie zwingend (imperativ), um eine Dialysepflicht zu vermeiden.

Die erste organerhaltende Nierenoperation wurde bereits 1890 von Czerny beschrieben. Die Kriterien, wonach imperativ organerhaltend operiert werden muss, wurden schon 1950 von Vermooten festgelegt. Neben dem beidseitigen Auftreten von Nierentumoren gibt es weitere Kriterien: der Patient hat nur noch eine Niere, es droht ein Nierenversagen oder die gegenüberliegende Niere ist erkrankt.

Außer der imperativen Indikation gibt es noch die elektive Indikation. Elektiv bedeutet hier, dass es die Wahl zur organerhaltende Operation gibt, sie ist nicht zwingend. Die elektive Indikation kann vorliegen, wenn die Tumoren klein sind und sich am Rande der Niere befinden bzw. wenn unklar ist, ob der Tumor gut- oder bösartig ist.

Operative Techniken
Je nach Lage des Tumors können verschiedene Operationstechniken zur Anwendung kommen. Die „Polresektion“ bei Tumoren am oberen bzw. unteren Ende der Niere, die „Mittelgeschossresektion“ bei zentral gelegenen Tumoren, sowie die noch nierengewebeschonenderen Keilresektionen und Konusresektionen.

Allen gemein ist, dass zunächst die Blutzufuhr zur Niere abgeklemmt und die Niere gekühlt wird. Mit einem Infrarotlaser werden die Blutgefäße zum Tumor verödet (koaguliert) und der Tumor mit einem Saum gesunden Nierengewebes entfernt. Ein Pathologe teilt dem Operateur noch während der Operation mit, ob der Schnittrand tumorfrei ist. Findet er am Rand noch Tumorgewebe, muss der Chirurg weiteres Gewebe entfernen. Mit einem Argonlaser wird die operierte Oberfläche verschorft, um Blutungen zu vermeiden.

Bei der Polresektion wird die Niere umgebende Nierenkapsel zum Teil entfernt. Die Niere wird dann mit Bauchfelllappen oder körperfremden Material umgeben und zugenäht. Sind die Tumoren noch klein, sitzen sie oft wie ein Pilz auf den Polkappen auf und können mit einem Sicherheitsabstand von 2 mm entfernt werden (Konusresektion, Keilresektion), so dass ein Maximum an Nierengewebe erhalten bleibt.

Mittelgeschossresektion
Befindet sich der Tumor in der Mitte der Niere, ist die Operation deutlich schwieriger. Eine Zerlegung der Niere ist dann notwendig. Die Blutgefäße und das Hohlsystem der Niere müssen durchtrennt werden. Bei dieser Operation kann es auch sein, dass die Niere entnommen werden muss, um außerhalb des Körpers auf einer sogenannten Werkbank die Niere zu rekonstruieren und um sie anschließend wieder einzupflanzen. Ist bei der Operation auch das Nierenbecken betroffen, ist es notwendig eine Drainage zu legen, die so lange im Körper verbleiben muss, bis das Operationsgebiet abgeheilt ist. Dies kann bis zu 8 – 14 Tage dauern.

Analyse der statistischen Daten
Der Anteil organerhaltender Operationen hat in Mainz seit 1980 deutlich zugenommen, wobei die Operationen mit imperativer Indikation prozentual relativ konstant blieben, die mit elektiver Indikation allerdings deutlich anstiegen (1980-1989: 12% / 2000-2004: 33 %) Dies ging zu Lasten der radikalen Nierenentfernung (1980-1989: 85% / 2000-2004: 62%).

Auf grund der verbesserten Diagnosemöglichkeiten (zunächst Ultraschall, später CT und MRT) gibt es immer mehr Zufallsbefunde, die dazu führen, dass die Tumoren früher entdeckt werden und dann noch recht klein sind (Anteil der Tumoren <4cm: 1983-1989: 32% / 2000-2004: 48%)

Je kleiner der Tumor ist, desto größer ist die Lebenserwartung nach 5 Jahren und desto geringer ist das Risiko Metastasen zu entwickeln. Kleine Tumoren sind eher gutartig. Bei einer Größe von 1 cm oder weniger beträgt der Anteil ca. 50 Prozent.

Unterteilt man die Tumoren, die kleiner als 4 cm sind nach ihrer Größe in die Gruppen: 0-2 cm, 2-3 cm und 3-4 cm so kann festgestellt werden, dass je kleiner der Tumor ist, desto geringer ist das Risiko bereits Metastasen entwickelt zu haben (3% bei 0-2 cm, 3% bei 2-3 cm, 6%.3-4 cm). Auch steigt das Risiko an, dass der Tumor bereits in die Nebenniere oder die Fettkapsel eingewachsen ist (3% bei 0-2 cm, 5% bei 2-3 cm, 12%.3-4 cm).

Die häufigsten Komplikationen bei der organerhaltender Nierenresektion sind ein Urinom (Urin fließt nicht in den Harnleiter sondern in das Gewebe), Blutungen, eine erneute Operation ist nötig sowie ein akutes oder chronisches Nierenversagen. Seltener muss die Niere entfernt werden und der Patienten überlebt die Operation nicht. Die Komplikationen treten häufiger bei imperativer - als bei elektiver Indikation auf. Dies ist aber durch das Wahlverfahren zu erklären. Große Tumoren bzw. zentral gelegene Tumoren müssen beim imperativen Verfahren organerhaltend operiert werden, während ansonsten die Niere komplett entfernt wird. Auch dürften die Komplikationen mit der Größe des Tumors zunehmen.

Die Überlebensrate (5 Jahre nach Operation) ist bei den Patienten, die organerhaltend operiert wurden im Vergleich zu den Patienten, die sich einem radikalen Eingriff (Nierenentfernung) unterziehen mussten, höher.

Ausblick:
Abschließend führte Prof. Dr. Thüroff aus, dass es mittlerweile auch Operationstechniken gibt, die für den Patienten schonender sind als die offene Operation. Er nannte hier insbesondere die thermoablativen Techniken sowie die laparoskopische Nierenresektion.

Bei den thermoablativen Techniken wird der Tumor mittels einer Sonde durch Kälte (Kryoablation) bzw. durch Hitze (Radiofrequenz-ablation) zerstört. Das Problem bei diesen Verfahren ist jedoch die Unsicherheit, ob genug Kälte bzw. Hitze dem Tumor zugeführt wurde, so dass dieser auch ausreichend zerstört ist. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr, zuviel gesundes Gewebe mit zu zerstören. Prof. Dr. Thüroff gab hier der Kryoablation den Vorzug, da mit Hilfe des Endoskops besser gesehen werden kann, ob der dabei entstehende Eisball tatsächlich den Tumor zerstört hat.

Bei der laparoskopischen Nierenteilresektion wird der Tumor endoskopisch (Schlüsselloch OP) entfernt. Dabei wird die Bauchdecke nicht eröffnet, sondern es werden lediglich zwei oder drei bewegliche Schläuche in den Bauch eingeführt. Durch diese lassen sich die erforderlichen Instrumente und eine Kamera schieben. Dieses Verfahren ist in der Regel für den Betroffenen schonender. Die endoskopische Operation ist zeitaufwendiger und beschränkt sich eher auf Tumoren, die sich nicht tief in der Niere befinden. Auftretende Blutungen sind etwas schwieriger zu stillen. Dieses Verfahren ist aufgrund der aufwändigen Technik und der nötigen Erfahrung des Operateurs auf wenige Zentren beschränkt.

Zusammenfassung
Die Ergebnisse bei der organerhaltenden OP sind hervorragend, wobei sie bei der elektiven Indikation noch besser sind als bei der imperativen Indikation. Im Vergleich zur radikalen Operation schneidet die organerhaltende Operation nicht schlechter ab. Kleine Tumoren sind nicht harmlos, aber es handelt sich häufiger um die gutartigere Variante. Die Prognose ist umso schlechter je größer der Tumor ist. Es gibt mittlerweile Operationstechniken, die für den Patienten schonender sind.
Quelle:
VHL-Rundbrief Nov./2006; Heft 4; Jahrgang 7
Zusammenfassung Vorträge Informationsveranstaltung Mainz 2006

Vortrag Prof. Thüroff, Direktor der Urologischen Klinik der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
Thema: Organerhaltende Operationen bei Nierentumoren

Angiomatosis retinae

Eine Angiomatosis retinae (Erkrankung mit Gefäßtumoren der Netzhaut) tritt sporadisch (ohne zusätzliche Organbeteiligung) oder beim von Hippel-Lindau-Syndrom (VHL) auf.
Wesentliche Beschreibungen retinaler Hämangioblastome durch Eugen von Hippel erfolgten in der Zeit von 1895 bis 1911. Er prägte den Begriff “Angiomatosis retinae” als einheitliches, abgegrenztes Krankheitsbild. E. v Hippel beschrieb ausführlich den klinischen Befund seiner Patienten und wies auf das Tumorwachstum mit späterem Sekundärglaukom (erhöhter Augendruck, der sekundär, also durch die Gefäßtumore entsteht und unbehandelt schleichend zur Sehminderung bis zur Erblindung führen kann) und Erblindung hin. Die histologischen (feingeweblichen, mikroskopischen) Untersuchungen zeigten, dass es sich bei den retinalen (netzhautbedingten) und den zerebellären (kleinhirnbedingten) Tumoren um gleichartige Veränderungen handelt, die als Hämangioblastome (Blutgefäßtumore) aufgefasst werden.
Zu den Minimalkriterien des Syndroms gehören ein Merkmal des VHL eines Indexpatienten (der erkrankten Person) und zusätzlich eines Verwandten ersten Grades mit einer typischen Läsion (Schädigung) des VHL.
Bereits im Kindesalter können retinale Hämangioblastome auftreten, vor dem 10. Lebensjahr bei etwa 5% der Patienten. Die meisten Patienten mit Angiomatosis retinae erkranken im Alter zwischen 10 und 40 Jahren.
Im allgemeinen wird die Krankheit bis zum 30. Lebensjahr manifest.
Durch eine DNA-basierte (genetische Untersuchung der Desoxyribunukleinsäure aus dem Blut nachzuweisen) Diagnostik kann das relative Risiko eines asymptomatischen Verwandten (einer Person, die keine Sehbeschwerden hat) eines Genträgers schon früh nachgewiesen werden.
Kleine retinale Hämangioblastome der äußeren Anteile der Netzhaut werden mit Photokoagulation (durch Lichtstrahlen mit dem Laser), große Tumore eher mit Kryokoagulation (durch Vereisung) behandelt. Als zusätzliche neuere Methoden wurden Protonentherapie (Strahlenbehandlung), Ruthenium-Bestrahlung (schwache Strahlenbehandlung mit radioaktiver Substanz), Glaskörperausschneidung (Vitrektomie), Photodynamische Therapie (PDT) (Laserbestrahlung nach vorheriger Farbstoffinjektion), transpupillare Thermotherapie (Wärmebehandlung durch die Pupille) und systemische oder lokale Therapie zur Inhibition (Hemmung) des vaskulären endothelialen Wachtstumsfaktors (VEGF) (in den Glaskörper des Auges zu injizierende Substanzen zur Hemmung der Gefäßwucherungen der Netzhaut) angegeben. Die seit mehr als 20 Jahren bestehende interdisziplinäre (Zusammenarbeit mehrerer Spezialisten unterschiedlicher Fachrichtungen) Freiburger VHL-Studie hat gezeigt, dass eine umfangreiche Familienuntersuchung zur Früherkennung der Erkrankung erforderlich ist.
Wird ein Gen-Träger ermittelt, so sind in regelmäßigen Abständen Kontrolluntersuchungen der multiplen und rezidivierend (wiederholt erneut entstehenden) auftretenden Tumore erforderlich.

Frühzeitige Familienuntersuchung erforderlich
Eine umfassende Familienvorsorgeuntersuchung ist bei allen Patienten mit einem kapillären (aus winzigen Blutgefäßen bestehenden) Hämangioblastom der Retina zu fordern, da mit einer einfachen Untersuchung mit dem Kontaktglas oder auch modernen bildgebenden Verfahren (Computer-Tumogramm oder Kernspintomogramm) Tumore frühzeitig erkannt werden können. Kleine Tumore sind im allgemeinen günstig zu behandeln.

Angiomatosis retinae als häufige Erkrankung
Neumann & Wiestler stellten bei 86% der in Freiburg behandelten Patienten mit VHL eine Angiomatosis retinae, bei 19% ein Hämangioblastom des Zentralnervensystems und bei 19% ein Phäochromozytom (Tumore der Nebenniere) fest.

Juxtapapilläre Hämangioblastome bei VHL

Frühe Sehstörungen bei Patienten mit VHL
McCabe und Mitarbeiter fanden, dass Sehstörungen bei 23 Patienten mit juxtapapillären (neben oder auf dem Sehnervenkopf) Hämangioblastomen bei VHL häufiger in frühem Alter auftraten (durchschnittlich im Alter von 20 Jahren) im Vergleich zu 45 Patienten mit Hämangioblastomen ohne VHL. Bei den letzteren betrug das durchschnittliche Alter 44 Jahre. Exsudate (Wasseransammlungen mit Eiweiß- und Fettablagerungen) der Netzhautmitte führen frühzeitig zur Sehverschlechterung (Garcia-Arumí und Mitarbeiter).

Häufigkeit der juxtapapillären Hämangioblastome bei Patienten mit VHL
Webster et al. fanden juxtapapilläre Hämangioblastome bei 26 (14,8%) von 175 Genträgern oder 29 (8,3%) von 350 Augen.

Solitäre oder multiple Hämangioblastome
Multiple (zahlreiche) retinale Hämangioblastome unter Patienten mit Angiomatosis retinae sind diagnoseweisend für ein VHL. Schmidt und Mitarbeiter fanden bei 69 Patienten mit 152 Hämangioblastomen, dass bei 35% der Patienten nur ein Hämangioblastom pro Auge vorhanden war. Zwei Tumore pro Auge zeigten sich bei 27%, drei und mehr Hämangioblastome bei 19% der Patienten.

Moderne Therapieverfahren
Die Photo- und Kryokoagulationen sind die am besten etablierten (eingeführten) Verfahren zur Behandlung retinaler Hämangioblastome. Die Koagulationsbehandlungen retinaler Tumore der äußeren und mittleren Netzhautperipherie sind weiterhin zu empfehlen. Es wurde vorgeschlagen, kleine Tumoren (weniger als 0,8 Papillendurchmesser) mit Laser-Photokoagulation zu behandeln, größere Tumoren und sehr peripher gelegene Tumoren mit Vereisung (Kryokoagulation). Nach unserer Erfahrung kann eine Laserbehandlung von Hämangioblastomen in der Peripherie auch noch bei einer Tumorgröße von 1 bis 2 Papillendurchmessern erfolgversprechend sein, jedoch sind häufige Sitzungen in etwa vierwöchigen Abständen hierbei erforderlich, deshalb wird bei dieser Tumorgröße in der Netzhautperipherie eine Vereisung als günstiger angesehen. Bei größeren Tumoren wird aufgrund langjähriger Erfahrungen durch Bornfeld und Kreusel die Brachytherapie (Behandlung mit radioaktiven Substanzen) mit Beta-Applikatoren (Ruthenium) empfohlen. Zusätzliche moderne Verfahren wie die Therapie mit SU5416 zur Hemmung der VEGF-Rezeptoren (Medikamenten, die Botenstoffe binden), die Injektion von Antikörpern oder Antikörperfragmente gegen Wachstumsfaktoren in das Auge oder die Photodynamische Therapie (PDT) wurden bisher nur an wenigen Patienten ausgeführt. Die PDT weist gegenüber der Laser- oder Vereisungsbehandlung bei kleineren Tumoren keinen wesentlichen Vorteil auf.
Schwierig zu behandeln sind Patienten mit juxtapapillären Tumoren und großen retinalen Hämangioblastomen sowie mit bereits aufgetretenen Sekundärveränderungen der Netzhaut, insbesondere mit Makulaschäden (Schäden der Stelle des schärfsten Sehens der Netzhaut, auch „gelber Fleck“ genannt) oder mit Netzhautablösung (Amotio retinae). Bei diesen schweren retinalen (die Netzhaut betreffend) Befunden sind kombinierte Verfahren zu empfehlen, beispielsweise eine Glaskörperausschneidung (Vitrektomie) mit einer Endolaserkoagulation (Laserbehandlung nach einer Vitrektomie während der Operation) des Tumors. Auch eine Vitrektomie mit Diathermiekoagulation (Behandlung mit einer erhitzten Nadel während der Operation) unter Sicht des Tumors könnte hilfreich sein. Auch die Protonentherapie bietet sich bei juxtapapillären Tumoren an. Die Behandlung mit Medikamenten, die Botenstoffe binden, um Wachstum zu reduzieren, ist in Einzelfällen erfolgreich gewesen.

Quelle: http://www.hippel-lindau.de/betroffene-organe-augenveraenderungen.html#VHL-Rundbrief2008 (Stand: 11/2008)

Arzt und Experte für Tinnitus und Ohrgeräusche

Unser Arzt und Experte für Tinnitus und Ohrgeräusche

Tinnitus ist ein Symptom einer veränderten oder gestörten Hörwahrnehmung. Liegt eine Schädigung in irgendeiner Station der Hörbahnen vor, resultiert hieraus immer auch eine Veränderung der Hörwahrnehmung. In der Regel entsteht in der Folge ein Tinnitus.
Krankheitswert und Krankheitsbedeutung entstehen durch das Leiden am Tinnitus.

Nach aktuellen Erhebungen haben 25% aller Deutschen bereits einmal einen Tinnitus erlebt, 13% über einen längeren Zeitraum. 2% sind durch die Ohrgeräusche erheblich belastet.

Ein Tinnitus kann die unterschiedlichsten Ursachen haben:

  • Entstehung im Außen- oder Mittelohr, Entstehung in der Schnecke des Innenohres (cochleärer Tinnitus),
  • Entstehung in den in Richtung Gehirn ziehenden Bahnen (retrocochleärer Tinnitus),
  • Entstehung im Gehirn selbst (zentraler oder cortikaler Tinnitus),
  • vaskuläre Ursachen, Turbulenzen der kopfnahen Blutgefäße (pulsierende Strömungsgeräusche, z. B. arterielle Stenosen, Glomustumor, intrakranielles Aneurysma, generalisierte Zerebralsklerose),
  • Kiefergelenkserkrankungen,
  • Halswirbelsäulenerkrankungen,
  • Funktionsstörungen von Gaumensegelmuskeln (M. tensor veli palatini, M. levator veli palatini, Mittelohrmuskel) können als Klicken zu hören sein. Sie sind mikroskopisch am Trommelfell zu sehen oder lassen sich durch Änderungen im Tympanogramm sichtbar machen,
  • Nebenwirkungen von Medikamenten wie Acetylsalicylsäure (ASS), Diuretika, Aminoglykoside, Chinin, trizyklische Antidepressiva (Saroten, Anafranil, Imipramin), bei Betablockern, orale Kontrazeptiva und Chemotherapeutika,
  • Genuss- und Rauschmittel,
  • entzündliche Erkrankungen (Herpes Zoster, Borreliose, Mumps, Meningitis),
  • internistische Erkrankungen (Nierenerkrankungen, Diabetes mellitus, vaskuläre Störungen),
  • Autoimmunerkrankungen (Lupus erythematodes, Morbus Wegener, Cogan-Syndrom, Polyarteriitis nodosa, Behcet-Syndrom),
  • hereditäre Schwerhörigkeiten (Alport-Syndrom, Pendred-Syndrom).
  • Als Klicken oder Schmatzen imponierende Ohrgeräusche können durch die Tubenöffnung entstehen.

Die überwiegende Mehrzahl der Tinnitusformen wird unter dem Begriff „Subjektiv“ zusammengefasst, sie sind von außen nicht zu hören und auch sonst nicht nachweisbar. Die Ohrgeräusche liegen nicht mehr als 5-10 dB über der Hörschwelle.

Unterschieden wird weiterhin zwischen

  • Tinnitus mit und ohne Hörverlust,
  • akutem Tinnitus und chronischem Tinnitus sowie
  • kompensiertem Tinnitus und dekompensiertem Tinnitus.

In der Therapie werden u. a. eingesetzt:

  • Tinnitusretraining,
  • kognitive Umstrukturierung,
  • kombinierte Habituationstherapien,
  • Neurootologische-psychosomatische Tinnitustherapien,
  • Tinnitusmasker,
  • Hörgeräte,
  • Medikamentöse Therapien (Ginkgo biloba, Zyclandelat, Arlevert, Psychopharmaka, Neurohormone, Nootropika, Fibrinogenapherese, Zink, Caroverin, Gabarezeptoragonisten),
  • hyperbare Sauerstofftherapie,
  • transkranielle Magnetstimulationen,
  • epidurale Elektrostimulation,
  • Homöopathie,
  • Akupunktur,
  • Entspannungsverfahren wie autogenes Training, progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen, Biofeedback,
  • Bewegungsverfahren,
  • Iontophorese.
  • Lasertherapie,
   

Priv. Doz. Dr. med. Gerhard Hesse

  Priv. Doz. Dr. Gerhard Hesse

Spezialgebiet: HNO - Tinnitus in Diagnostik und Therapie

Priv. Doz. Dr. Gerhard Hesse bei Vali-Med anfragen.

Arzt und Experte für Kardiologie und Koronare Herzkrankheit

Unser Arzt und Experte für Kardiologie und Koronare Herzkrankheit

In der modernen Kardiologie werden

  • Herz- und Kreislauf auf Erkrankung untersucht, wobei neben EKG und Belastungs-Test auch modernste Ultraschallverfahren mit Flussmessungen eingesetzt werden.
  • Bei Infarkt oder Infraktgefahr werden diagnostische Herzkatheteruntersuchungen und evtl. Gefäßaufdehnungen (PTCA) bei verengten Blutgefäßen einschließlich der Implantation von Gefäßstützen (Stents) vorgenommen, Etwa 10% der erkrankten Patienten werden zur Operation einem Herzchirurgen vorgestellt
  • Des weiteren: Alkoholablationen bei hypertrophen Kardiomyopathien (TASH), Ballonsprengungen von verengten Herzklappen und Verschlüsse einer offenen Vorhoftrennwand
    (PFO/ASD),
  • die invasive Testung auf Herzrhythmusstörungen (EPU), deren Verödung (Ablation), die Implantation von Herzschrittmachersystemen und von implantierbaren Defibrillatoren (ICD).
  • Kardiale Resynchronisationstherapie bei Herzinsuffizienz (Spezial-Schrittmacher)
  • Diagnostik bei Anfällen von Bewusstlosigkeit (Synkope)

Wiedereröffnung der Koronararterien bei akutem Infarkt oder drohendem Infarkt

Ziel ist, den Blutfluss im hochgradig eingeengten bzw. verschlossenen Herzkranzgefäß so rasch wie möglich wieder zu normalisieren. Die besten Akut- und Langzeitergebnisse werden erreicht, wenn das betroffene Gefäß ohne Zeitverlust mechanisch aufgedehnt wird. Es kann gleichzeitig eine Gefäßstütze, ein so genannter Stent, implantiert werden. Neuere Stents sind mit Medikamenten beschichtet, die eine bessere Einheilung ohne Narbe ermöglichen und bei ca 50% der Patienten sinnvoll sind.

Die Elektrophysiologie befasst sich mit der Diagnostik und Behandlung von schnellen (tachykarden) und langsamen (bradykarden) Herzrhythmusstörungen.

  • Tachykarde Herzrhythmusstörungen haben ihren Ursprung häufig in den Herzvorhöfen, zB AV-Knoten-Reentry-Tachykardien, Tachykardien bei akzessorischer Leitungsbahn (WPW-Syndrom), atriale Tachykardien, Vorhofflattern und Vorhofflimmern.
    Bei komplexen Herzrhythmusstörungen kann mit CT-gestützter dreidimensionaler Bildgebung und elektroanatomischem Mapping der Ursprung der Tachykardie lokalisiert werden.
  • Vorhofflimmern wird, wenn sehr hartnäckig und störend, gewebeschonend mit Kälteenergie
    (Cryoablation) behandelt
  • Tachykarde Herzrhythmusstörungen aus der Herzkammer treten häufig bei eingeschränkter Herzpumpfunktion nach einem Herzinfarkt (Ischämische Kardiomyopathie) oder nach einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis, Dilatative Kardiomyopathie) auf. Bei erhöhtem Risiko für einen plötzlichen Herztod kann ein Kardioverter/Defibrillator (ICD) implantiert werden. Bei zusätzlich bestehender Herzschwäche (Herzinsuffizienz) kann eine zusätzliche Elektrode im Koronarvenensinus zu einer Verbesserung der Herzpumpleistung führen (biventrikulärer ICD, kardiale
    Resynchronisationstherapie).
  • Bradykarde Herzrhythmusstörungen treten alters- und anlagebedingt, oder gelegentlich im Rahmen einer koronaren Herzerkrankung oder nach Myokarditis auf. Sie können zu anfallsweisem Bewusstseinsverlust (Synkope) führen. Hier kann ein kleiner Einkammer- oder Zweikammer-Herzschrittmacher die Lebensqualität normalisieren.

Bei unklaren Synkopen kann ein Gerät von der Größe eines Memory-Sticks unter die Haut implantiert werden. Über den aufgezeichneten Herzrhythmus kann so die Ursache der Synkope diagnostiziert werden und eine spezifische Therapie eingeleitet werden.

Die Echokardiographie ist das in der Kardiologie am häufigsten angewandte bildgebende Verfahren. Mit Ultraschallwellen können sowohl die Gestalt als auch die Funktion von Herzstrukturen beurteilt werden.

Das Verfahren wird bei praktisch allen Herz- und Kreislauferkrankungen eingesetzt und ist für den Patienten nicht belastend. Eine solche Untersuchung dauert 10-30 min und erfordert keine spezielle Vorbereitung. Beurteilt wird die Qualität der Herzfunktion und der Herzklappen – gelegentlich auch unter Belastungsbedingungen (Stressecho)

Bei besonderen Fragestellungen verwendet der Arzt eine in die Speiseröhre eingeführte Sonde (transösophageale Echokardiographie – TEE bzw. „Schluckecho“)

  • Bei der transösophagealen Echokardiographie (TEE) werden über einen dünnen Schlauch von der Speiseröhre aus Ultraschallbilder des Herzens gewonnen. Durch fehlende Lungen- und Knochenüberlagerung sind diese Bilder besonders hochauflösend und bei einigen Erkrankungen aussagekräftiger als die konventionelle Echokardiographie.
  • Bei der Stress-Echokardiographie wird der Patient während einer echokardiographischen Untersuchung belastet (Fahrrad im Liegen) oder erhält ein Medikament, das Pulsrate und Blutdruck steigert. Es handelt sich um eine Belastungsuntersuchung nach dem gleichen Prinzip wie das des Belastungs-EKGs. Die Untersuchung ist jedoch bei guter Schallqualität aussagekräftiger.
  • Bei der Gewebedoppler-Echokardiographie werden Geschwindigkeit und Verformung von Herzmuskelgewebe verfolgt und man kann Erkrankungen des Herzmuskels z.T. früher und zuverlässiger nachweisen als bei der herkömmlichen Echokardiographie.
  • Bei der Kontrast-Echokardiographie wird ein Kontrastmittel über die Vene gespritzt, das Herzstrukturen besser sichtbar macht. Echo-Kontrastmittel enthalten kein Jod und sind auch bei Nierenfunktionseinschränkung anwendbar.
  • Die dreidimensionale Echokardiographie spielt derzeit keine bedeutsame Rolle. Es können hiermit Herzhöhlen zur Volumenbestimmungen und Klappeneindrucksvoll dargestellt werden.

Bei der „Herzinsuffizienz“ handelt es sich um eine Pumpschwäche des Herzens. Dadurch werden die Organe nicht mit genügend Sauerstoff versorgt. Anfänglich ist hauptsächlich die Muskulatur betroffen und Beschwerden wie Luftnot, Müdigkeit oder Leistungsminderung treten nur bei stärkerer Belastung auf.

Im Verlauf der Erkrankung können Beschwerden aber schon bei Alltagstätigkeiten oder in Ruhe auftreten und damit die Lebensqualität stark beeinträchtigen.

Ursächlich für die Herzinsuffizienz ist häufig eine Erkrankung des Herzmuskels mit eingeschränkter Herzpumpleistung oder ein Herzklappenfehler. Herzmuskelschwäche kann nach einem Herzinfarkt , nach einem verschleppten grippalen Infekt (Herzmuskelentzündung) oder durch langjährig hohen Blutdruck auftreten.

Eine medikamentöse Therapie zur Entlastung des Herzens ist in jedem Fall erforderlich. Hier werden ACE-Hemmer und Betablocker eingesetzt. Wassertabletten (Diuretika) helfen dem Herzen die Flüssigkeit über die Nieren auszuscheiden.

Bei hochgradig eingeschränkter Herzpumpfunktion besteht das Risiko für bösartige Herzrhythmusstörungen einschließlich plötzlichen Herztod. Dagegen ist eine medikamentöse Therapie häufig wirkungslos, so dass ein spezieller Herzschrittmacher (Implantierbarer Defibrillator, ICD) eingesetzt werden muss.

Manche Patienten profitieren von einer getrennten Stimulation der rechten und linken Herzkammer (kardiale Resynchronisation mit biventrikulärer Stimulation).

Unser anerkannter Vali-Med Experte aus dem medizinischen
Teilgebiet der Kardiologie (Schwerpunkt: Koronare Herzkrankheit, Schwerpunkt Koronargefäßaufweitungen mit Ballon, Stent und alternativen Verfahren; Herzkranzgefäßaufweitung statt Bypassoperation bei komplexen Gefäßverengungen und alten Gefäßverschlüssen; Herz-Bypassoperation – zweite Meinung; Herzinfarkt- und Infarktfolgen)
Prof. Dr. Reifart für Ihre medizinische Frage, wobei im Vordergrund die Qualität dieser gutachterlichen Stellungnahme steht.

     

Prof. Dr. Nicolaus J. Reifart

  Prof. Dr. Nicolaus J. Reifart

Spezialgebiet:
Kardiologie - Koronare Herzkrankheit, Schwerpunkt Koronargefäßaufweitungen mit Ballon, Stent und alternativen Verfahren; Herzkranzgefäßaufweitung statt Bypassoperation bei komplexen Gefäßverengungen und alten Gefäßverschlüssen; Herz-Bypassoperation – zweite Meinung; Herzinfarkt- und Infarktfolgen

Prof. Dr. Nicolaus J. Reifart bei Vali-Med anfragen.

Arzt und Experte für Schwindel und Gleichgewichtsstörungen

Unser Arzt und Experte für Schwindel und Gleichgewichtsstörungen

Viele Menschen sind von Schwindel und Gleichgewichtsstörungen betroffen, die Häufigkeit von Störungen der Gleichgewichtsregulation nimmt mit dem Alter zu.
Der Bewegungsapparat, die Halswirbelsäule, das Gleichgewichtsorgan im Innenohr sowie Meldungen durch das Sehorgan werden in den Gleichgewichtszentren im Gehirn verarbeitet. Störungen der einzelnen Meldesysteme und/oder der Verarbeitung sowie der zuführenden Bahnen führen zu Schwindel und Gleichgewichtsstörungen. Störungen können damit sowohl im Zentrum als auch in der sogenannten Peripherie, also außerhalb des Gehirns liegen.

Eine Vielzahl von Erkrankungen und Störungen des Gleichgewichtssystems kann Unsicherheit und Schwindelgefühl auslösen, u.a.:

  • Erkrankungen im Bereich des Auges und der Sehbahnen und Sehzentren,
  • Erkrankungen im Bereich des Ohres und der Hörbahnen und Hörzentren,
  • Erkrankungen im Bereich der Halswirbelsäule,
  • Erkrankungen im Bereich des Bewegungsapparates und der zum Rückenmark und Gehirn ziehenden Bahnen,
  • Neuronitis Vestibularis (Ausfall des Gleichgewichtsorganes im Ohr),
  • gutartiger Lagerungsschwindel (benigner Lagerungsnystagmus),
  • Morbus Meniere,
  • Halswirbelsäulenbedingter Schwindel,
  • Multiple Sklerose,
  • Akustikusneuronom – Vestibularisschwannom,
  • Tumoren im Gehirn,
  • Herpes Zoster (Zoster Otikus),
  • Durchblutungsstörung im Gehirn (Schlaganfall – Apoplex)
  • Entzündungen im Gehirn

Unseren anerkannter Vali-Med Experten aus einem medizinischen Teilgebiet der Neurologie, Spezialgebiet Schwindel für Ihre medizinische Frage, wobei im Vordergrund die Qualität dieser gutachterlichen Stellungnahme steht.

     

Prof. Dr. Michael Strupp

  Prof. Dr. Michael Strupp
Spezialgebiet:
Neurologie - Schwindel und Gleichgewichtsstörungen
Lebenslauf des Experten

Priv. Doz. Dr. Gerhard Hesse bei Vali-Med anfragen.